Unser dritter Tag in Delhi beginnt mit einer Busreise. Busfahren in Delhi benötigt Geduld - stecken doch die Busse genau wie alle anderen Fahrzeuge im Verkehrschaos der Stadt fest. Zudem haben die Kommunistische Partei und die Gewerkschaften heute ihre Unterstützer in der Hauptstadt versammelt um für höhere Mindestlöhne zu demonstrieren. Ein heres Anliegen. Aber für den Verkehr in der Stadt bedeutet das Kollaps. Nach gut 60 Minuten sind wir nicht voran gekommen und springen, als wir aus dem Fenster das India Ghate sehen, aus dem Bus.

Es ist noch ein wenig entfernt. Entlang einer Grünanlage können wir relativ ruhig auf den Triumphbogen zu laufen. Hier herrscht das übliche Tohuwabohu. Selfies werden geschossen, Souvenirs und Snacks verkauft. Im Torbogen brennt eine ewige Flamme, welche an die im ersten Weltkrieg umgekommenen indischen Soldaten sowie die Opfer des Krieges mit Bangladesch erinnern soll.

Der nächste Bus bringt uns dann zu unserem eigentlichen Ziel: Humayuns Tomb - das Mausoleum des Humayum. Die Demonstrationen scheinen sich aufgelöst zu haben. Nun sind es Schulkinder, die Sardinendosen-Feeling aufkommen lassen und mit ihrem lautem Geschrei das allgemeine Wohlergehen steigern.

Humayuns Tomb - neben dem Rotem Fort und dem Qutub Minarett eine der drei Welterbestätten der indischen Hauptstadt. Der Eintritt beträgt für Touristen stolze 600 Rupien. Inder zahlen nur 40 Rupien. Doch der Besuch lohnt. Die weitläufig Anlage besticht durch herrliche Grünanlagen und fantastische Architektur. Die Symmetrie der Gärten und Bauten aus dem 16. Jahrhundert erinnert entfernt an europäischen Barock.