Als wir in Jodhpur aus dem Zug steigen, wartet schon der Tuktuk-Fahrer auf uns. Die Stadt wirkt erstaunlich sauber und vergleichsweise leise. Nach dem Mittagsschlaf, um die Hitze des Tages zu überbrücken, laufen wir in die Stadt. Rund um den Uhrenturm gibt es einen städtischen Markt. Gleich am Anfang ein Juice- und Lassishop, der damit wirbt, im Lonely Planet und anderen Guidebooks genannt zu sein. Leider ist die Mangosaison vorüber. Also wird es ein Ananassaft ohne Eis und ohne extra Zucker.

Wir essen an einem Straßenstand ein köstliches Chat Masala und lassen den Abend auf den Dachterasse unseres Hotels mit Blick auf das beleuchtete Fort ausklingen. An gleicher Stelle beginnt dann auch der nächste Tag in Jodhpur. Nach dem Frühstück erklimmen wir den Berg auf dem die Festung Mehrangarh erbaut wurde. Mit dem Bau der Anlage wurde gleichzeitig mit der Stadtgründung Jodhpurs im Jahr 1459 durch den Rajputen Roa Jodha begonnen. Weite Teile der bis heute erhaltenen Bausubstanz stammen aus der Periode des Maharajas Jaswant Singh aus dem 17. Jahrhundert. Bis heute gehört die Festung der Familie und wird durch eine Stiftung verwaltet.

Der Eintritt beträgt 600 Rupien und wie in Jaisalmer werden nach dem Hinterlegen eines Pfands Audio Guides ausgehändigt. Die Audioführung informiert sehr unterhaltsam über die Geschichte der Rajputen von Mehrangarh, die den Palast bis in das 20. Jahrhundert  bewohnt haben. Wir verbringen den gesamten Morgen auf der Bergfestung und werfen von oben immer mal wieder einen Blick auf das Gewirr der Gassen der blauen Stadt. Auch heute sind noch viele Häuser Jodhpurs in diesem typischen Indigo Farbton gestrichen. Dieser soll die Hitze abmildern und auch gegen Insekten helfen.

Etwa einen Kilometer Fußweg vom Fort entfernt liegt Jaswant Thada. Das wunderschöne Gebäude aus weißem Mamor wurde 1899 von Maharaja Sardar Singh erbaut und dient als Begräbnisstätte der königlichen Familie der Herrscher von Marwar.