Im Deutschen sagt man Pappelfeige. Der Bodhibaum gehört zu den Maulbeergewächsen und ist mit seinem ausladenden Ästen und seinem dichten Blattwerk ein wunderbarer Schattenspender. Und so trugt es sich zu, das ein junger Mann nach Jahren der Askese und Wanderung durch den indischen Subkontinent sich unter einem Baum am Ufer des Neranjara-Flusses niederlies. Heute befindet sich an diesem Ort die Stadt Bodhgaya und unter der Pappelfeige erwachte (Sanskrit: bodhi) Siddhartha Gautama.

An der Stelle, an der die Erleuchtung stattfand, baute man schon im 2. Jahrhundert einen Tempel. Der Mahabodi-Tempel ist ein 55 m hohes Ziegelgebäude. Die Außenfassade  ist mit zahlreichen Buddhastatuen geschmückt. Im Inneren befindet sich eine vergoldete Statue des meditierenden Buddha. An der Nordseite des Tempels erstreckt sich der Juwelenpfad, der aus 19 steinernen Lotosblüten besteht, die den Pfad markieren, wo Buddha in der zweiten Woche nach seiner Erleuchtung die Gehmeditation praktizierte.

Alle buddhistischen Lander und Organisationen haben in Bodhgaya Klöster und Tempel errichtet. Das tibetische Kloster errinnert ein wenig an den Postala-Palast in Lhasa. Auf dem Gelände des burmesischen Klostern steht eine Pagode. Es gibt eine mongolisches Kloster, ein japanisches Heiligtum und ein thailändisches Wat. Rund um die Pappelfeige existiert ein Sammelsurium buddhistischer Klöster in den unterschiedlichsten Spielarten.

Und es gibt Mesnchen, die nach Bodhgaya pilgern. Das sind überraschenderweise vorallem Hindus. Auch im Hinduismus wird Lord Buddha als Heiliger verehrt. In den Straßen von Bodhgaya sieht man viele buddhistische Mönchen und Nonnen. Die Nonnen in der Regel kahlgeschoren. Pilgerinnen aus Sri Lanka sind weiß gekleidet. Die Mönche tragen je nach Herkunft orangene, dunkelrote oder ockerfarbene Roben.