darjeeling kanchenjunga

Teeliebhabern sollte der Name ein Begriff sein, so stammt doch der meines Erachtens beste Tee der Welt aus dieser Gegend. Darjeeling ist ein Ort mit heute fast 120.000 Einwohnern im Vorgebirge des Himalaya im indischen Bundesstaat West-Bengalen. Die Geschichte des Ortes ist eng verbunden mit der British East India Company, die den Ort 1835 pachtete und zu einem Zentrum des Teeanbaus entwickelte. Aufgrund der Höhe und der damit verbundenen moderaten Temperaturen wird der Landstrich zu einer Hill Station der englischen Kolonialmacht. Beamte und Offiziere erholten sich hier von der Hitze Indiens. Das ist auch unser Plan. Doch nach 35 Grad in Varanasi und Bodhgaya fühlen sich die 15 Grad hier oben auf dem Berg recht frisch an.

Gerade in der Nacht sind wir froh über die dicken Decken in unserem Zimmer mit Blick auf den dritthöchsten Berg der Erde - den Kanchenjunga. Dieser Blick währt aber nur kurz. Nur unmittelbar nach Sonnenaufgang kann man im Norden die schneebedeckten Gipfel des Bergmassivs erkennen. Danach erwärmt sich die Luft und es ziehen Wolken auf. Der Monsun ist in diesem Jahr spät dran. Auf 2200 Metern ziehen oft Wolken durch und es gibt den ein oder anderen Regenschauer.

Nicht nur die Engländer liebten die moderaten Temperatur auf dem Berg. Neben dem Teeanbau hat sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Auch die Inder lieben es in warmer Kleidung mit Mützen und Handschuhen gehüllt durch die Stadt zu flanieren. Aber vor allem schicken sie ihre Kinder nach Darjeeling. In der Stadt und in den kleineren Ortschaften drum herum gibt es eine Vielzahl von Schulen, Collages und Internaten. Wer etwas auf sich hält und es sich leisten kann, schickt seine Kinder in die Berge. In kleinen Grüppchen laufen Jungen und Mädchen in ihren Uniformen mit dem Wappen jeweiligen der Schule durch die Strassen.

Die Einwohner Darjeelings unterscheiden sich deutlich von den Indern. Es dominieren mongolische Gesichtszüge. Viele tibetische Buddhisten sind nach der Besetzung durch China nach Darjeeling geflüchtet und haben sich hier angesiedelt. Dementsprechend viele buddhistische Klöstern gibt es. Neben den Tibetern leben zudem viele Nepalesen in der auch Gurkaland genannten Region. Diese wurden von den Engländern angesiedelt und bilden heute ein große Bevölkerungsgruppe. Auch in der Küche Darjeelings spiegelt sich diese Vielfalt. Momos - Teigtaschen, ähnlich den georgischen Khinkalis oder den kirgisischen Mantis - gibt es an jeder Ecke. Auch die tibetische Nudelsuppe Thukpa ist überall zu haben.