Es ist gar nicht so einfach in Ubud Einheimische auf der Straße zu treffen. Ok - das mag vielleicht ein wenig übertrieben sein, aber es trifft die Sache schon ziemlich auf dem Punkt. Die kleine Stadt mit 35.000 Einwohnern inmitten von Reisfeldern etwa 35 Kilometer nordwestlich der Inselhauptstadt Denpassar ist das kulturelle Zentrum Balis. Nachdem in den 70er Jahren Backpacker die Schönheit des Städtchen für sich entdeckten, sind es nun immer häufiger Pauschaltouristen, die in den vielen Unterkünften und Spas unterkommmen. Das Angebot an schönen, komfortablen Unterkünften ist riesig und aufgrund des großen Wettbewerbs gibt es auch sehr günstige Konditionen. Das Zimmer hier in Ubud ist das bislang schönste auf unserer Reise.

Fast alle traditionellen, privaten Häuser Ubuds, die heute vielfach auch als Homestay dienen, verfügen über einen einen eigenen Tempelbereich. Geister- und Ganeshastatuen haben dort Ihren Platz. Opfergaben - kleine Teller mit Blumen und Reiskörnern - werden dagebracht. Der Hinduismus in  seiner balinesischen Spielart wird dort ganz alltäglich gelebt. Im Gegensatz zu Indien liegt die Ausübung der Spiritualität weniger in den Händen einzelner Priester, sondern ist eher eine volkstümliche Angelegenheit. So zumindest mein erster Eindruck. In den Straßen Ubuds reihen sich zudem wunderbare Restaurants, Boutiquen und Kunstgalerien wie Perlen an einer Kette.

Eine Sehenswürdigkeit Ubuds ist der Affenwald. Am Rande der Stadt liegt ein Hain mit Tempeln und wunderbaren altem Baumbestand. Hier leben hunderte kleiner Langschwanzmakaken. Die Tiere gelten als heilig und werden gepflegt und gefüttert. Durch den täglichen Kontakt mit den Besuchern sind die Tiere sehr zutraulich. Es kommt durchaus vor, das sie plötzlich auf Schulter oder Kopf springen. Dann gilt es Ruhe zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Auf Sonnenbrillen, Kameras und Rucksäcke sollte ein Auge geworfen werden. Die neugierigen Äffchen sind verspielt und freuen sich über neue Spielzeuge. Anke kriegt sich gar nicht mehr ein und fotografiert den Akku ihrer Kamera leer.

ubud reisterrassen

Von der Haupstraße Ubuds aus kann man recht schnell dem Trubel entkommen. Kleine Pfade führen in eine geruhsame Welt aus Reisfeldern und üppiger Natur. Klar. Auch hier ist man nicht allein. Aber es ist wunderbar grün und man hört nicht das sonst allgegenwärtige Knattern der Scooter. Auf dem Weg gibt es kleine Restaurants, in denen man sich erfrischen kann. Jeden Abend gibt es in Ubud an verschiedenen Orten Tanz- und Theateraufführungen. Da wir schon in Yogya eine Tanzvorführung und ein Gamelanorchester bestaunen durften und wir von den Besteigungen des Bromo und des Ijen noch reichlich geschafft sind, können wir uns am Abend nicht aufraffen, eine der Veranstaltungen zu besuchen.

Unweit von Ubud finden sich die fantastischen Reisterrassen Balis. Seit über tausend Jahren wird in Tegalalang etwa 12 km nördlich von Ubud Reis kultiviert. Also ab auf das Rad...