Cap Reinga

Ganz im Norden liegt das Cap Reinga. Die Maori nennen den Ort Te Rerenga Wairua. Der Platz  an dem die  Ozeane sich treffen. Auf der einen Seite die Tasmanische See und auf der anderen Seite der Pazifik. Es sieht so aus, als würde das Meer brodeln. In der Mythologie der Maori begeben sich an diesen Ort  die Verstorbenen um sich von hier aus mit einem letzten Blick Neuseeland nach Hawaiki zu begeben, dem Ort der Ahnen.

An Kap Reinga endet auch der State Highway No. 1. Von Russell und der Bay of Islands waren es gut 250 Kilometer hier an das Ende der neuseeländischen Welt. Mit einer Fähre mussten wir zunächst übersetzen und nach einem Tank- und Supermarkthalt ging es immer weiter nach Norden. In Mangonui steht eine der - nach eigenem Bekunden - berühmtesten Fish- und Chipsbuden dieses Planeten. Das kann man so stehen lassen. Es hat uns geschmeckt. Eine weitere Rast legen wir bei Houhora ein. Danach geht es durch eine fast menschenleere Landschaft immer weiter nach Norden.

Hier gibt es eigentlich nur noch Schafe und Kühe. Und eine fantastische Landschaft. Geprägt und sanfte, saftig grüne Hügel und goldene Dünen am Horizont. Kurz vor dem Kap gibt es zwei einfache Zeltplätze des Department of Conservation. WIr entscheiden uns für die Bucht von Tapotupotu. Ein herrlicher Sandstrand mit viel Platz für Wohnmobile unnd einer schönen Zeltwiese. Es gibt Toiletten und kalte Duschen. Und -  wenige schön - unzählige Mücken und Sandflöhe.

Zurück zum Cap Reinga. Zu dem Ort, an dem die Ozeane zusammen kommen. Für die Māori treffen Te Tai o Rehua von Westen, das männliche Prinzip verkörpernd, auf Te Moana Nui a Kiwa von Osten, das weibliche Prinzip, am Cape Reinga zusammen und symbolisieren die Entstehung des Lebens. Rund um das Kap gibt es ein Vielzahl von fantastischen Wanderwegen. Auch der Te Araroa Trail, der  Langstreckenwanderweg durch ganz Neuseeland, führt hier entlang. Ganz so weit wird es für uns nicht werden. Aber wir nehmen uns vor, am nächsten Tag den Twilight Beach Loop zu laufen.