Die Isla Grande de Chiloé liegt im Süden Chiles etwa 70 Kilometer südlich von Puerto Montt. Die nach Feuerland zweitgrößte chilenische Insel erreichen wir mit dem Bus. Die Meerenge von Chacap überqueren wir mit einer Autofähre. Bis zur Inselhauptstadt Castro sind es noch fast zwei weitere Stunden. Wir sind hungrig. Das kleine, urige Restaurant im Busbahnhof heißt witzigerweise "Fidel de Castro" und serviert riesige Lachs- und Merluzaportionen wahlweise mit Reis oder Patates.

Der einfache Campingplatz liegt etwas außerhalb. Wir bauen das Zelt auf und fahren mit einem Bus zurück in das kleine Städtchen. Die bunten Häuser der Fischer schmiegen sich als Pfahlbauten an die Bucht. Heute wohnen dort keine Fischer mehr sondern dienen Touristen als Unterkunft. Die eigentliche Attraktion ist aber die Hauptkirche der Stadt. Die Kathedrale des heiligen San Francisco. Von den über 150 Kirchen auf Chiloe wurden sechszehn Holzbauten zum Welterbe der Menschheit. Die UNESCO zeichnet die ab Mitte des 18. Jahrhunderts entstandenen Kirchen im Jahr 2000 aus.

Davon bemerkt man auf Chiloe aber nicht viel. In den bunten, in grellen Farben gestrichenen Kirchen wird Christentum einfach gelebt. Menschen knien vor geschnitzten Heiligenfiguren, beten in den einfachen Holzbänken. Kinder spielen. Neben der Kirche in Castro besuchen wir noch die Gotteshäuser von Nercón und Chonchi. Auch hier bunte Holzbauten, die nicht mit Schrauben und Nägeln zusammen gehalten werden, sondern mit Holzdübeln. Errichtet wurden die Kirchen während der Missionierung der einheimischen, indigenen Bevölkerung durch bayrische Jesuiten und später Franziskaner.

 

 

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