Lin Yutang

Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.

Esma Memorial

ESMA. Escuela de Mecánica de la Armada. In der ehemaligen Schule der Marine befand sich während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 eines der größten Geheimgefängnisse und Folterzentren. Schon am 24. März 1976, also am Tag der Machtergreifung der Militärs, wurden hier die ersten Gefangenen untergebracht. Von den über 5000 Gefangenen in der ESMA überlebten nur wenige - viele wurden von hier in Todesflügen aus Flugzeugen über dem Río de la Plata geworfen.

Die ehemalige Marineschule befindet sich sich im Norden der Stadt Buenos Aires. Das 17 Hektar große parkähnliche Gelände wurde 1924 durch die Stadt Buenos Aires der Marine zur Verfügung gestellt. Auf dem weitläufigen Areal der Militärhochschule begannen jedes Jahr etwa 3.000 Studenten eine Ausbildung zum Techniker. Nach der Militärdiktatur wurde die Schule zunächst weiter durch die Marine genutzt. 

Mit dem Namen ESMA sind auch die Gerichtsverfahren gegen die Verantwortlichen für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit verbunden. Nach langen Schweigen wurden ab 2007 in drei Verfahren die Täter angeklagt. Das vorerst letzte Verfahren endete 2017 mit der Verurteilung von 29 Angeklagten zu lebenslangen Haftstrafen. Zeitgleich mit dem Beginn der gerichtlichen Vergangenheitsbewältigung im Jahre 2007 wurde das ESMA-Areal auf Dekret vom damaligen Präsidenten Nestor Kirchner zur Erinnerungsstätte erklärt. Das Militär mußte das Gelände verlassen und unter der Schirmherrschaft des Landes Argentinien, der Stadt Buenos Aires und verschiedener Menschennrechtsgruppen wurde die Schule in einen Raum zur Erinnerung und zur Förderung und Verteidigung der Menschenrechte umgestaltet.

Das riesige Areal beherbergt heute verschiedene Museen und Kultureinrichtungen. Zudem ist es Sitz argentinischer Menschenrechtsgruppen. Die Mütter vom Plaza del Mayo und die Großmütter der Plaza de Mayo waren die ersten die öffentlich gegen die Militärdiktatur protestierten und so maßgeblich deren Ende herbeiführte. In beiden Kulturzentren wird aktiv an der Aufarbeitung der Geschichte gearbeitet.

Quellen und Weblinks:

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