san telmo

Wir schlagen uns eine halbe Nacht auf dem Flughafen in Buenos Aires um die Ohren bevor wir mit dem Bus unser Viertel fahren. Es ist Mittag als wir das Appartment beziehen können. Wir wohnen auf der Peru 886 in der zweiten Etage Das bei Airbnb gebuchte Appartment ist genial. Ein großer Wohnraum mit kleiner Küche und nach vorne eine bestimmt 35 Quadratmeter große Terrasse mit vielen Sitzgelegenheiten, dem obligatorischen Grill, vielen Pflanzen und einer Terrassendusche. 

San Telmo. Das Viertel erlebte seine Blütezeit in 19. Jahrhundert als sich hier zwischen dem Hafen in La Boca und dem historischen Stadtkern Händler und Kaufleute niederließen. Zu Beginn des 20. Jahrhundert zogen die wohlhabenden Bürger in die Stadtteile Palermo und Ricoleta in Norden der Stadt. San Telmo verarmte. Das Viertel bewahrte sich aber den ihm eigenen Charme mit Kopfsteinpflaster und einer leicht morbiden Architektur aus besagtem 19. Jahrhundert. Und in San Telmo schlägt das Herz des Tango.

Das zieht natürlich Touristen an. Es gibt viele Restaurants, Bars und Nachtclubs mit Tangoshows. Und sehr wahrscheinlich steigen nun auch wieder die Mieten und der durch Touristen initiierte Verdrändungsprozeß findet statt. Am unserem zweiten Abend läuft unter unserem Haus eine kleine Demo vorbei und skandiert gegen die Gentrifizierung. Schon ein komisches Gefühl auf der Airbnb Terrasse von oben auf die Demo herabzublicken. Noch ist es nicht so, das die Touristen das Viertel übernommen hätten und die Mehrheit bildeten.

Am Sonntag besuchen wir den Antiquitäten-Markt auf dem Plazza Dorrego - die Feria de San Pedro Telmo. Gegen Mittag wird es auf dem Flohmarkt immer voller und wir laufen in den Lezama Park. Auch hier git es sonntäglich einen Markt. Allerdings eher mit Gebrauchwaren und Dingen des täglichen Gebrauchs. Im Park wird relaxed. Man trifft sich zum Knutschen und zum Musizieren.