Von Parchim an den Schweriner See. Kraniche auf einer Feuchtwiese

Wir spielen mit dem Gedanken noch einen Tag länger im Lewitzcamp zu bleiben. Doch das Wetter ist nicht so überragend. Nach wolkenfreiem Himmel am frühen Morgen und dem Frühschwimmen im Elde-Müritz-Kanal zieht der Himmel jetzt nach dem Frühstück langsam wieder zu. Der Track führt uns an der Elde entlang zu Teichen. Die Fischteiche sind das Herzstück des Naturschutzgebietes „Fischteiche in der Lewitz“ und dürfen, wegen des notwendigen Schutzes der Natur, nicht betreten werden. 

Die Fischteich bilden das Zentrum des Europäischen Vogelschutzgebiet Lewitz. Auf den Wiesen rund um die Teiche sehen wir Kraniche und Gänse. Wir fahren weiter nach Norden in die Gemarkung Banzkow und Plate. Im Schweriner Stadtteil Muess erreichen wir den Schweriner See. Wir entschließen uns auf dem Campingplatz Süduferperle nach nur 30 Kilometern das Zelt aufzuschlagen. Die Mecklenburgische Landeshauptstadt wollen wir uns am Nachmittag ohne Gepäck ansehen.

Auf dem Weg zum Campingplatz werden wir in Raben-Steinfeld an Sachsenhausen erinnert. Hier endet der Todesmarsch der Häftlinge von Sachsenhausen. In den letzten Kriegstagen wurden 30.000 Insassen der Konzentrationslager Sachsenhausen und Ravensbrück hier in die Nähe von Schwerin getrieben. Auf dem Marsch starben über 6.000 Menschen bevor sie bei Raben-Steinfeld von der Roten Armee befreit wurden. An die Befreiung und an das Zusammentreffen von Roter Armee und Amerikaner an der Störbrücke erinnert eine Gedenktafel.

Schwerin ist eine Stadt mit sehr viel LEbensqualität. Die kleinste Hauptstadt eines deutschen Bundeslands liegt am Schwerinersee. Am südlichen Ufer steht eine gründerzeitliche Villa neben der nächsten. Im Stadtteil Zippendorf gibt es einen Stadtstran den man so eigentlich an der 40 km nördlich gelegenen Ostsee vermuten würde. Das Schweriner Schloss erinnert an Neuschwanstein. Die ehemalige Residenz der mecklenburgischen Herzöge und Großherzöge ist heute Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Das auf der Schlossinsel gelegene Bauwerk ist ein bedeutendes Beispiel des Romantischen Historismus. Die moderne Innestadt von Schwerin ist langweilig und austauschbar. Sehenswert hingegen der Pfaffenteich, auf der ein kleine Fähre - das Petermänchen - pendelt.

Am Abend radeln wir zurück zur Süduferperle, wo wir von unserem Zeltplatz direkt am Seeufer, einen fantastische Blick auf den Sonnenuntergang über der Silhouette von Schwerin.

Die GPX-Dateien des Tracks vom Lewitzcamp Garwitz zur Süduferperle am Schweriner See gibt es als GPX- und KML-Datei zum Download.