
Ich imkere nun ja schon ein paar Jahre, aber ich habe noch nie hier im Blog darüber geschrieben. Wie auch? Radfahren, Reisen, Ruhrgebiet. Wo soll ich da das Imkern unterbringen?
Im Ruhrgebiet. Das steht jetzt fest. Schließlich stehen meine Völker im Kleingarten. Mitten in Dortmund. Im Ruhrgebiet. Ihr habt richtig gehört. Im Kleingarten. Auch über den habe ich noch nicht geschrieben, obwohl ich hier im Sommer einen Großteil meiner Freizeit verbringe. Aber auch das wird sich ändern. Bald wird es auch Artikel aus dem kleinen Garten geben. Die Kategorie ist schon angelegt. Zurück zum Imkern.
Zum Imkern bin ich eher zufällig gekommen. 2021. Der Geburtstag der Tochter steht vor der Tür. Der Geburtstagswunsch: Ein Imkerkurs. Als uneigennütziger Vater, der gerne Zeit mit der Kindern, die Haus bereits verlassen haben, verbringen möchte, schenke ich uns beiden einen Imkerkurs. Ein Tochter-Vater Projekt so zu sagen. Die Corona-Pandemie ändert den Zeitplan unseres Kurses. Meine ersten Bienen bekomme ich im Frühjahr 2022. Mein Mentor Markus bringt mir zwei Ableger in den Garten. Der Bienenstand im Südstern ist eröffnet.

Aus dem Vater-Tochter-Projekt wird nichts. Die Tochter betreibt ihren zunächst ihren eigenen Bienenstand und gibt die Imkerei dann auf. Ein Auslandssemester in Sevilla besitzt einen deutlich höheren Anreiz. Also stehe ich nun im Mai 2022 mit zwei Bienenkästen vom Typ Liebig-Zander in meinem Kleingarten. Die Jungvölker fühlen sich wohl und 2023 sind dann Wirtschaftsvölker. Der erste Honig wird geerntet.
Die Idee den Bienen bei der Arbeit zuzuschauen und selber eine eher ruhige Kugel zu schieben, entpuppt sich recht schnell als Schnapsidee. Nach dem 2023 das auch die ersten Schwärme die Zargen verlassen haben, wird klar: Ohne Arbeit geht es nicht. Im Frühjahr zwischen Mitte April und Ende Juni ist Schwarmzeit.
Schwärmen.
Die natürliche Form der Fortpflanzung von Bienen. Eine Population im Bienenstock wächst stark an und die Bienen ziehen sich eine neue Königin heran. Die alte Königin verlässt die alte Behausung und mit ihr ziehen Tausende von Bienen. Die Bienen schwärmen aus und suchen sich ein neues Zuhause. Eine neue Königin bleibt im Bienenstock zurück. Für den Imker bedeutet das eine Verlust von Honig produzierenden Bienen und zudem muss er möglichst den Bienenschwarm einfangen. In der freien Natur sind Chancen zu überleben für einen Schwarm extrem gering.
Die Aufgabe des Imkers ist es nun das Schärmen möglichst zu verhindern. Das geschieht zum einen dadurch den Populationsdruck in einem Volk abzumindern. Es werden Brutwaben entnommen und Ableger gebildet. Zum anderen muss das bestehende Volk kontrolliert werden. Nachschaffungszellen werden aufgebrochen, die Bildung einer neuen Jungkönigin und das Schwärmen verhindert. Hört sich ein wenig grausam an? Ja vielleicht. Ist aber in der Regel besser als wenn ein ganzer Schwarm entweicht, nicht eingefangen wird und in der Natur nicht überlebt.
(Bienen)Stand der Dinge
Am Stand gibt zwei Wirtschaftsvölker. Eines hat es durch den Winter geschafft, ein weiteres Habe ich von einem Kollegen aus dem Imkerverein erworben. In der vergangenen Woche habe ich meinen ersten Ableger gebildet. Aus den beiden Wirtschaftsvölkern je zwei Brutwaben zusammen mit Futterwaben in eine neue Bienenkiste gesetzt. Jetzt gilt es abzuwarten, ob die Bienen in der Zargen eine neue Königin heranbilden.
In den beiden Altvölkern wird weiter regelmäßig die Bildung von sogenannten Weiselzellen überprüft. Die Zellen werden in der Regel zwischen den Brutzargen am Unterrand der Rähmchen angelegt. Der Honigraum, der aufgrund der bienenfreundlichen Witterung schon ordentlich gefüllt ist, wird temporär abgenommen. Dann beginnt die eigentliche Kippkontrolle. Die obere Brutzarge wird gekippt und es wird nach Nachschaffungszellen geschaut.



















