Dalai Lama

Einmal im Jahr solltest du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst.

reiseberichte

Mit gut 1 Millionen Einwohnern liegt Bischkek am Fuße des auf über 5000 Meter aufragenden kirgisischen Gebirges. Die schneebedeckten Gipfel und die Silhouette des Hochgebirges lassen sich immer Mal wieder durch die Straßenfluchten erblicken.

Der erste Spaziergang durch die Stadt, die in der Sowjetunion Frunse hieß, offenbart eine Stadt in der eben jene Sowjetunion noch nicht untergegangen ist. Ein marodes Theaters in einem heruntergekommenen Park, die Betonschüssel des Zirkus, in dem auch heute noch Vorstellungen stattfinden, und der Platz der Sieges über Nazi-Deutschland, auf dem eine einsame kleine Gasflamme brennt. Drum herum Plattenbauten sowjetischer Prägung mit Wandbildern aus Fliesen und einfachen Spielplätzen zwischen den Wohnblocks. Tristesse mon Amour.

Aus dem Ferghanatal nach Bischkek führen zwei Wege. Einfach und schnell geht es mit dem Flugzeug von Osch nach Bischkek. Mit Pegasus Airline gibt es schon Flüge für weniger als 50 Euro und in knapp einer Stunde ist man in der kirgisischen Hauptstadt. Wir entscheiden uns für die Fahrt mit dem Shared Taxi. Von Taschkomyr am Abzweig des Highways nach Sary Chelek finden wir einen Fahrer. In dem geräumigen Madza finden 6 Passagiere Platz. Im Gegensatz zu den überfüllten Bussen eine sehr komfortable Art zu Reisen. Für die sechsstündige Fahrt verlangt der Fahrer von jedem Mitreisenden 700 Sum - etwa 10 US Dollar. Unsere Mitfahrer sind eine Familie mit vier kleinen Kindern, die in Reihe 2 ihren Platz finden, und ein weiterer Herr auf dem Beifahrersitz. Uns bleibt die gesamte hintere Sitzbank.

Der Bus nach Sary Chelek startet um halb acht in der Früh am neuen Busbahnhof etwas außerhalb von Osch. Zum Glück sind wir frühzeitig da und bekommen so zwei Sitzplätze in dem Marschrutka, das uns zum Biosphärenreservat mit dem größten Walnusswald der Erde befõrdern wird. Am Busbahnhof verbrennt eine Schamanin Nadelgehölze und segnet unseren Bus. Willkommen in Kirgistan.

Von Taschkent reisen wir mit der Bahn durch das Fergana Tal nach Adijan. Gegen 14 Uhr kommen wir in der Geburtsstadt des ersten Mogulherrschers an. Nach einem Tee nehmen wir bis zur Grenze ein Taxi. Ohne Probleme können wir aus Usbekistan aus und in Kirgisistan einreisen. Der Grenzübertritt dauert keine halbe Stunde.

Die alte Handelsstadt Osch ist der Endpunkt des Pamir Highways und der Straße nach Kaschgar in China und heute die zweitgrößte Stadt Kirgisistans mit gut 200000 Einwohnern.

Usbekistan ist bislang ein aussergewöhnliches Reiseland abseits des Mainstream. Nach der jahrelangen Herrschaft vom immer noch allgegenwärtigen Islom Karimov scheint sich das Land nun unter dem neuen Präsidenten zu öffnen. Seit Mitte Juli 2018 kann man, nachdem schon im vergangenen Jahr die Praxis der zwingend nötigen Einladungen weggefallen sind, endlich auch für Usbekistan online ein E-Visa beantragen. Das macht es einfach, kurzfristig eine Reise nach Usbekistan anzutreten.

Um der Hitze der Hauptstadt zu entkommen, planen wir einen Badeausflug. Schon am gestrigen Sonntag hatten wir vor Schwimmen zu gehen, aber die lange Schlange vor dem AquaPark hat uns letztlich davon abgehalten. Nun soll es zum Chorvoq-See, einem Stausee in den  Westausläufern des Tianshangebirges, etwa 80 km nord-östlich von Taschkent gehen.

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Die Metro in Taschkent stammt aus dem Jahre 1977 und wurde in der Sowjetunion als erste U-Bahn Zentralasiens auch zu Zwecken des Zivilschutzes eröffnet. Die Metro besitzt drei Linien, die an drei Kreuzungsbahnhöfen miteinander verzahnt sind. Genauso wie in Dortmund. :-)

Die Nutzung der Metro ist Recht einfach. An jeder Metrostation gibt es eine Kasse an der Fahrchips erworben werden können. Im August 2018 kostete der Chip 1200 Sum umgerechnet etwa 14 Cent. Mit dem Fahrchip kommt man durch Drehkreuze auf die Bahnsteige. Hat man die Drehkreuze, an denen auch Taschenkontrollen durchgeführt werden, passiert, kann man beliebig lange und oft fahren bis man den Bereich der U-Bahn wieder verlässt.

Schon der Name klingt wie ein Versprechen. Ein Versprechen über 1001 Nacht und orientalischen Glanz. Und die Stadt löst dieses Versprechen ein. Ganz ohne Wenn und Aber. Die Monumentalbauten, Moscheen und Mausoleen sind an Schönheit kaum zu überbieten.

Wir erreichen die Stadt um halb Sieben in der Frühe mit dem Schnellzug Afrosiab, dem historischen Namen Samarkands, in 90 Minuten aus Bukhara.

sind mittlerweile aus Plastik - soviel vorweg. Aber es gibt noch mehr zur erzählen.

Die größte Überraschung gleich am Anfang. Nach 6 Stunden im Shared Taxi finden mit ein wenig Hilfe unsere Unterkunft im jüdischen Viertel der Stadt unweit der Synagoge. Wir werden in das Zimmer geführt und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Dekoration wie ich sie in meinem Leben noch nicht gesehen habe,