Emile Zola

Nichts entwickelt die Intelligenz wie das Reisen.

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Als Kind habe ich in Dortmund häufig die Tropenhäuser des botanischen Gartens besucht. Der Eintritt war sehr günstig und es war schön warm. Und es roch immer so tropisch. Genau so riecht der Regenwald in Tayrona. Wahrscheinlich noch etwas intensiver. Mit dem Bus ist es keine Stunde von Palomino bis zum Haupteingang des Nationalparks. Kurz nach Öffnung um 8:00 Uhr ist hier Mitte Mai noch nicht viel los. Es gibt kleine Restaurants und man kann sich mit Wasser eindecken.

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Der Tayrona-Nationalpark wurde als erster Nationalpark des Landes schon 1969 gegründet. Der Park befindet sich westlich von Santa Marta zwischen der Sierra Nevada und der Karibikküste. Er ist nach dem indigenen Stamm der Tayrona benannt, der die Landschaft vor der Ankunft der Spanier bewohnte. Die Kolumbianer sind stolz auf ihren Nationalpark und lieben ihn vor allem für seine herrlichen Strände. Rund um Weihnachten herrscht hier Ausnahmezustand.

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Am Eingang versuchen Agenturen und Händler, Touren und vermeintlich notwendige Versicherungen zu verscherbeln. Einfach dran vorbeilaufen. Der eigentliche Eingangsbereich ist auf der rechten Seite. Hier werden zunächst gründlich die Taschen gecheckt. Die Mitnahme von Alkohol in den Tayrona Park ist verboten. Tickets kosten für ausländische Touristen etwa 15 €. Kolumbianer und Studenten zahlen deutlich weniger. Studentenausweis nicht vergessen. Als Eintrittskarte dienen wie in all-inclusive Resorts zwei Plastikarmbändchen. Vom Eingang fahren Shuttle-Busse die 4 Kilometer bis zum Beginn des Wanderwegs. Los geht's.

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Es gibt mehrere Wege durch den Nationalpark. Ganz am Anfang eine Art Naturerlebnispfad. Da niemand in diese Richtung geht, laufe ich diesen Weg und bin bald ganz allein in dichtem Küstenregenwald. Nach gut 500 Metern erblicke ich ein Schild, das vor Alligatoren warnt. Mutig wie ich bin, entschließe ich zurückzulaufen und wie alle anderen auch den Hauptweg an der Küste zu gehen. Wer mag, kann die Strecke zu den Stränden auch auf dem Rücken eines Pferdes bewältigen. Pferde und ihre Führer warten hier auf Kundschaft. Auf hölzernen Stegen läuft man abwechselnd durch eine Karstlandschaft mit großen Felsen und Kokospalmenwälder. Erstes Ziel ist der Playa Arrecifes. Das Wasser ist glasklar und der Strand ist durch ein Riff geschützt. Es gibt also kaum Wellen und man kann sich prima erfrischen.

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Hier gibt es auch eine Campingzone und mehrere kleine Restaurants. Der nächste Strand ist La Piscina - das Schwimmbecken - auch hier schützt ein Riff den Badenden. Es werden Schnorchel und Flossen verliehen. Wer möchte, kann als zum Korallenriff herausschwimmen und die Unterwasserwelt bewundern. Ich laufe weiter. Immer parallel zur Küste. Das nächste Ziel ist das Cabo San Juan. Auf Wegweisern am Wegesrand wird vermerkt, wie viel Prozent man schon gelaufen ist. Auch am Cabo San Juan - hier legen die Boote aus Taranga an - gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Es herrscht reichlich Trubel und ich laufe weiter. Es folgen zwei herrlich weite Strände, an denen kaum noch Menschen anzutreffen sind. Auf Schildern wird eindringlich vor dem Baden gewarnt. Schon über hundert Menschen seien hier schon ertrunken. Ich gehe trotzdem ins Wasser.

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In der Mitte des letzten Strandes führt ein steil ansteigender Weg hinauf in den Regenwald. Nach wenigen Metern bin ich nassgeschwitzt und vollkommen allein mit der Natur. Überall raschelt es, kleine bunte Echsen huschen durch das Unterholz. In den Baumkronen sehe ich Santa-Marta-Kapuzineraffen. Nach heftigem Anstieg stehe ich an einer Weggabelung. Ich entschließe mich zurück zum Strand zu laufen. Der Weg ist abgesperrt, aber auf dem Navi gibt es einen Track, also klettere ich unvernünftigerweise an der Absperrung vorbei. Bald stehe ich in einem indigenen Dorf und einer archäologischen Stätte der Tayrona. Das Pubelito, das Dörfchen, liegt mitten im Nationalpark Tayrona.

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Wie schon in der Ciudad Perdida gibt es gestufte Terrassen, die außen von einzäunenden Wänden umgeben sind. Es finden sich ringförmige Steinbauten und Wege aus gemeißelten Steinen, Treppen und Steinbrücken. Dazwischen stehen die Hütten der Indios. Zu Gesicht bekomme ich aber niemanden. Es ist keiner zu Haus. Nach dem Dorf führt der Weg an einem Bachlauf entlang zurück zur Küste. Hier ist schon lang niemand mehr hergelaufen. Aber der seit Jahrhunderten existente Weg ist gut zu erkennen. Ich bin froh wieder am Strand unter Menschen zu sein und belohne mich mit einem Kaltgetränk und einem Sprung ins kühle Nass. 

Den Track gibt es wie immer als gps- oder kml-Datei.

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