Mark Twain

Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit.

Bodhgaya. Mönche unter dem heiligen Baum.

Im Deutschen sagt man Pappelfeige. Der Bodhibaum gehört zu den Maulbeergewächsen und ist mit seinem ausladenden Ästen und seinem dichten Blattwerk ein wunderbarer Schattenspender. Und so trugt es sich zu, dass ein junger Mann nach Jahren der Askese und Wanderung durch den indischen Subkontinent sich unter einem Baum am Ufer des Neranjara-Flusses niederließ. Heute befindet sich an diesem Ort die Stadt Bodhgaya und unter der Pappelfeige erwachte (Sanskrit: bodhi) Siddhartha Gautama.

An der Stelle, an der die Erleuchtung stattfand, baute man schon im 2. Jahrhundert einen Tempel. Der Mahabodi-Tempel ist ein 55 m hohes Ziegelgebäude. Die Fassade ist mit zahlreichen Buddhastatuen geschmückt. Im Inneren befindet sich eine vergoldete Statue, den meditierenden Buddha. An der Nordseite des Tempels erstreckt sich der Juwelenpfad, der aus 19 steinernen Lotosblüten besteht, die den Pfad markieren, wo Buddha in der zweiten Woche nach seiner Erleuchtung die Gehmeditation praktizierte.

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Alle buddhistischen Länder und Organisationen haben in Bodhgaya Klöster und Tempel errichtet. Das tibetische Kloster erinnert ein wenig an den Postala-Palast in Lhasa. Auf dem Gelände des burmesischen Klostern steht eine Pagode. Es gibt eine mongolisches Kloster, ein japanisches Heiligtum und ein thailändisches Wat. Rund um die Pappelfeige existiert ein Sammelsurium buddhistischer Klöster in den unterschiedlichsten Spielarten.

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Und es gibt Menschen, die nach Bodhgaya pilgern. Das sind überraschenderweise vor allem Hindus. Auch im Hinduismus wird Lord Buddha als Heiliger verehrt. In den Straßen von Bodhgaya sieht man viele buddhistischen Mönche und Nonnen. Die Nonnen in der Regel kahlgeschoren. Pilgerinnen aus Sri Lanka sind weiß gekleidet. Die Mönche tragen je nach Herkunft orange, dunkelrote oder ockerfarbene Roben.

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