Lin Yutang

Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.

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Dieser Gletscher im Parque Nacional Los Glaciares ist ein wahrer Gigant. Man fühlt sich plötzlich klein und ehrfürchtig, wenn man vor der riesigen Eiswand steht. Der Gletscher ist nach dem argentinischen Entdecker und Naturforscher Perito Moreno benannt. Wie fast alle Besucher nächtigen wir in dem kleinen Städtchen El Calafate. Von hier aus sind es gut 80 km bis zum Glacier Perito Moreno. Frühmorgens kurz vor 9:00 Uhr steht ein Minibus vor der Tür und sammelt uns ein.

Der Perito Moreno Gletscher ist einer der größten Auslassgletscher des südlichen patagonischen Eisfeldes. Er hat eine Länge von 30 km und eine Breite von 5 km. An der tiefsten Stelle besitzt der Eispanzer eine Stärke von 700 Metern. Auf Satellitenbildern wurde eine Fläche von über 250 km2 ermittelt. Der Perito Moreno kalbt in den Lago Argentino und genau dorthin fährt uns unser kleiner Bus. 

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Der Gletscher erreicht den Lago Argentino an dessen südlichen Ausläufern und trennt zwei der vielen Seitenarme voneinander. Im Süden liegt der Brazo Rico und im Norden der Canal de los Témpanos. Die Länge der Kalbungsfront in beide Seen beträgt fast 5 Kilometer. Die Eiskante hat eine Höhe zwischen 50 und 80 Meter. Das ist gigantisch. Die Besonderheit: In unregelmäßigen Abständen bildet der Perito Morenno eine Eisbarriere zwischen den beiden Seen. Im Brazo Rico steigt dann der Wasserspiegel und nach wieder einer Zeit durchbricht der See die Barriere und ergießt sich in den Lago Argentino. Im März 2019 ist die Barriere offen.

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Nachdem wir aus dem Bus gestiegen sind, kaufen wir Tickets für das Boot, das auf dem Canal de los Témpanos recht nah an das Eisfeld fährt. Da unser Minibusfahrer recht zügig gefahren ist, sind wir schon um halb elf in der Früh auf dem kleinen Schiff. Mit uns nur eine Handvoll weiterer Touristen. Das Schiff nähert sich der Kalbungskante bis auf ca. 500 Meter. Näher heranzufahren, wäre wahrscheinlich auch zu gefährlich, da immer wieder große Eisblöcke mit lautem Krachen in den Lago Argentino fallen. In der Mitte des Canal de los Témpanos kalbt der Gletscher mit einer Geschwindigkeit von 795 Meter pro Jahr. Unsere Bootsfahrt dauert etwas mehr als eine Stunde und bietet die Gelegenheit, den Gletscher wirklich aus allen erdenklichen Perspektiven zu betrachten. Ich habe selten so viele Fotos geschossen.

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Nach der kleinen Schiffsfahrt wandern wir auf den Senderos auf der Magellan-Halbinsel gegenüber der Gletscherfront. Dort wurden breite Wanderwege aus verzinkten Gittern angelegt. Die breiten Wege führen auf vielen Stufen hinauf zu Balkonen, von denen man dann auch auf das zerklüftete Eisfeld hinabschauen und großartig fotografieren kann. Ein besonderes Schauspiel ist der Schattenwurf der Wolken auf der riesigen Eisfläche. Die Rinnen und Spalten im Eis schimmern hellblau. Die Wanderwege haben eine Länge von insgesamt fünf Kilometern. Je weiter man sich von dem zentralen Balkon entfernt, desto weniger Besucher finden sich. Nachmittags um 15:00 Uhr treffen wir uns wieder am Minibus und treten die Rückreise nach El Calafate an. 

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Es geht durch eine endlos weite Pampa, immer am Lago Argentino entlang. Der größte See Argentiniens schimmert in türkisen Blautönen und im Bus schlafen die Mitreisenden ein. Zurück in El Calafate gibt es zur Belohnung noch eine Besonderheit: argentinische Eiscreme. Bisher dachte ich immer, Italiener würden das beste Eis der Welt machen. Ich glaube, ich muss mein Urteil revidieren. Argentinische Helado ist superlecker.

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