Benjamin Disraeli
Reisen lehrt Toleranz.

Reisen lehrt Toleranz.
Mogador ist der historische Name von Essaouira. Die Stadt hat Portugiesen gesehen, Araber und Berber aus der Sahara. Es gab eine bedeutende jüdische Gemeinde hinter den Mauern der Stadt. Franzosen und Spanier verließen Land und Kontinent mit der Unabhängigkeit im März 1956.
Alkohol in arabischen Staaten ist ja eine ganz heikle Sache. Aus Glaubensgründen mit einem Tabu belegt und doch zumindest heimlich allgegenwärtig. Für wohlhabende Bürger und Touristen hat es ohnehin schon immer die Möglichkeit gegeben, einen guten Wein zum Essen zu trinken. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt.
Der Flughafen von Marrakesch liegt nur wenige Kilometer von der Medina entfernt. Man hat die Möglichkeit, mit den kleinen gelben Taxen - Taxis petite - oder mit dem halbstündig verkehrenden Bus ins Herz der Stadt zum Djemaa el Fnag, dem Platz der Gehängten, zu gelangen. Wir entscheiden uns für den Bustransfer. Der Himmel ist bewölkt und nur ganz kurz erhaschen wir einen Blick auf die schneebedeckten Berge des Hohen Atlas.
Wir erreichen Burgas mit dem Bus bei strahlendem Sonnenschein. Da wir unser Apartment erst am Nachmittag beziehen können, radeln wir durch den Seegarten an den Strand. Wir genießen den herrlichen Tag und können sogar noch einmal ins Wasser hüpfen.
Eigentlich wollten wir mit dem Boot von Nessebar nach Sosopol reisen. Aber der Katamaran, der beiden Städte in der Saison verbindet, ist in der vergangenen Woche letztmals in diesem Jahr verkehrt.
Es regnet leicht, als wir am Busbahnhof von Varna in den Bus zum Sonnenstrand steigen. Der Fahrer sieht sich genötigt, die Heizung anzuwerfen. Der Weg führt über die Ausläufer des Balkangebirges, das hier auf das Schwarze Meer trifft.
Varna. Warna. Die Transliteration aus dem kyrillischen Alphabet ist nicht immer eindeutig. Das Tor zum Schwarzen Meer ist wohl eine der ältesten Städte auf dem europäischen Kontinent. Die Besiedlung des antiken Odessos geht schon auf das 5. Jahrtausend vor Christi zurück. Heute prägen noch immer sozialistische Plattenbauten das Stadtbild.
Mit den Falträdern über einen kleinen Holzsteg und dann sind wir in der Freistadt. Durch den Hintereingang sozusagen. Es ist grün und auf dem Wasser zwischen den ehemaligen Befestigungsanlagen schwimmen Enten und skurrile kleine Bootsmodelle. Wir folgen dem Pfad und stehen plötzlich vor einer Stupa, geschmückt mit tibetischen Gebetsfahnen. Es gibt keine Autos in Christiania. Keine Autos, keine Parkplätze. Platz für Menschen.
Nachdem ich gestern wirklich begeistert war von der Tour nach Tanjung Ruh, bin ich dann heute gleich noch einmal los. Viel früher als gestern, Frühsport sozusagen. Nach gut 25 Kilometern erreiche ich den Strand. Ich bin der erste Tourist dort. Der Strand wird noch geputzt. Immerhin bekomme ich einen Kaffee mit Milch.