
Von allen deutschen Städten wurde Dortmund im 2. Weltkrieg am meisten zerstört. 95 % der Dortmunder Innenstadt wurden dem Erdboden gleichgemacht. Und auch die Vororte waren durch das Vorhandensein von kriegswichtiger Industrie immer wieder das Ziel von alliierten Luftangriffen. Am 12.03.1945 wurde Dortmund von dem schwersten konventionellen Luftangriff, der im 2. Weltkrieg durchgeführt wurde, heimgesucht. Um die in der Stadt verbliebenen Menschen zu schützen, wurden Schutzanlagen errichtet.
Schon als Kind spielten wir in Bunkern. Im Dortmunder Stadtteil Hombruch gab es einen von Bergleuten errichteten Stollenbunker in bzw. unter der Halde Gotthelf. In den 70er Jahren war der Eingang zu diesem Bunker zwar in der Regel versperrt, doch Jugendliche verschafften sich regelmäßig Zugang zu dem Bauwerk. Der Eingang fand sich auf halber Höhe an der Zechenmauer an der Gotthelfstraße. Später wurde die Spitzkehlhalde Gotthelf abgeflacht und der Abraum wurde zum Straßenbau verwendet. Von den ehemaligen Stollenanlagen ist nichts übrig geblieben.
Eine Besonderheit ist der Tiefstollen unter der Dortmunder Innenstadt. Der größte zivile Luftschutzstollen Deutschlands befand sich unter der westlichen Innenstadt und hatte eine Länge von fünf Kilometern. Er begann am Dortmunder Hauptbahnhof und zog sich etwa 20 Meter unter der Oberfläche bis zum Dortmunder Südwestfriedhof. Der Tiefstollen wurde zwischen 1941 und 1945 von Bergleuten und Zwangsarbeitern errichtet.
Der Haupteingang befand sich an der Katharinentreppe am Dortmunder Hauptbahnhof. Von hier führt ein ausgebauter Weg zur Petrikirche und kreuzt einen Gang zwischen dem alten Gebäude der Sparkasse – heute das Museum für Kunst und Kulturgeschichte – und dem AOK-Gebäude am ehemaligen Körner Platz. Der Bunker führt dann zur heutigen Bergmann-Bude und verzweigt sich hier in mehrere Richtungen.
Ein Gang sollte bis zum Grafenhof führen, wurde aber nicht in Gänze fertiggestellt. Ausgebaut hingegen sind die Stollen zum Johannishospital und in Richtung Westpark. Hier – unweit der ehemaligen Wilhelmschule, der heutigen Hauptschule Dortmund-West – befand sich die oberirdische Baustelle mit den Wohnbaracken der Zwangsarbeiter und einer Verladestation zum Abtransport des Abraums.


