Die Kassierer
Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist

Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist
Im Oktober 1926 wird südlich der Kampfbahn Rote Erde oberhalb der Emscher mit den Bauarbeiten am Volksbad begonnen. Die goldenen Zwanziger: Die Inflation ist überwunden. Dortmund beginnt als Stadt der Zechen und Stahlwerke an ihre mehr als 300.000 Einwohner zu denken. Südlich der Reichsstraße 1, dem Hindenburgdamm, entsteht der Volkspark Dortmund mit den Rosenterrassen zum Flanieren, der Roten Erde und der Westfalenhalle für große Sportveranstaltungen.
Ich kann mich noch erinnern. Der Keller wird ausgemistet. Wir fahren mit unserem roten VW Käfer nach Deusen zur Kippe. Man kann mit dem Fahrzeug direkt auf die Müllhalde fahren und dort seinen Unrat abladen. Planierraupen verteilen dann den Müll. Er stinkt bestialisch und über der Halde kreisen Möwen auf der Suche nach Essbarem. Dortmund in den 70er- und 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Weiterlesen: Der Deusenberg: Von der Müllkippe zur grünen Oase
Tiefbunker an der Danziger Freiheit. Danziger Freiheit? In Dortmund? Nach einer Goebbels-Rede zur Eingliederung Danzigs in das Deutsche Reich wurden in ganz Deutschland Straßen und Plätze in Danziger Freiheit umbenannt. Die Flurbezeichnung ist zum Glück Geschichte und wurde nach dem Ende der Naziherrschaft rückgängig gemacht. Heute heißt der Platz an der Bornstraße wieder Brügmannplatz.

Von allen deutschen Städten wurde Dortmund im 2. Weltkrieg am meisten zerstört. 95 % der Dortmunder Innenstadt wurden dem Erdboden gleichgemacht. Und auch die Vororte waren durch das Vorhandensein von kriegswichtiger Industrie immer wieder das Ziel von alliierten Luftangriffen. Am 12.03.1945 wurde Dortmund von dem schwersten konventionellen Luftangriff, der im 2. Weltkrieg durchgeführt wurde, heimgesucht. Um die in der Stadt verbliebenen Menschen zu schützen, wurden Schutzanlagen errichtet.
Mitten in der südlichen Innenstadt von Dortmund, verborgen unter einer modernen Wohnanlage, liegt ein Relikt aus der Vergangenheit: der Befehlsbunker an der Ruhrallee. Der Bunker wurde ab 1943 durch die Organisation Todt errichtet, als die Luftangriffe auf Dortmund immer heftiger wurden.
Es ist Tag des offenen Denkmals. Und auch das Industriedenkmal der Zentralkokerei Hansa lädt zur Besichtigung. 1992 wurde in der Kokerei die letzte Schicht gefahren. Die Kokerei wurde abgewickelt und stillgelegt. Bei der Errichtung in den Jahren 1927 und 1928 war Hansa eine der modernsten Kokereien der Welt. Hier wurde aus Kohle Koks gebacken. Notwendig, um in den Hochöfen der Dortmunder Union und auf Phoenix Stahl zu kochen.