Weg in der Lüneburger Heide

Steinhude - Hamburg. Beim Wildzelten wache ich mit dem hereinbrechenden Sonnenaufgang auf. Man muss auf niemanden warten und kann das Zelt abbauen. bevor der erste morgentliche Spaziergänger mit seinem Hunde vorbeiläuft. Als sitze ich schon um 6 Uhr in der Früh wieder auf dem Fahrrad und folge dem Track am Fliegerhorst Wunstdorf entlang. Nach gut 20 Kilometern liegt ein Einkaufsladen mit angegliederter Bäckerei am Weg. Zeit für Kaffee und Käsebrötchen.

Nach zwei Stunden erreiche ich mit reichlich Rückenwind und falchem Terrain Winsen an der Aller. Der Weg führt durch eine waldreiche, sommerliche Landschaft. Ich fahre einen Reiseschnitt von über 20 Kilometern in der Stunde. Mit Gepäck. Bei einem zweiten Kaffee realisiere ich, das der zu Hause geplante Track nicht optimal ist. Bei diesen Bedingungen schaffe ich die Fahrt nach Hamburg in einem Tag und nicht wie ursprünglich geplant in zwei Etappen. Zudem möchte ich mir die Gedenkstätte Bergen-Belsen ansehen.

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen entstand aus Baracken, die bis 1939 als Unterkünfte für Arbeiter dienten, die den Truppenübungsplatz in Bergen erbauten. Nach Kriegsbeginn diente Bergen-Belsen als Kriegsgefangenenlager. Über 20.000 vorallem sowjetische Kriegsgefangene wurden hier getötet. Ab 1943 diente das Lager als Durchgangslager für den Transport Juden in die Vernichtungslager im Osten. Auch Anne Frank war in dem KZ interniert bevor sie nach Auschwitz deportiert und getötet wurde.Am Eingang der Gedenkstätte befindet sich ein großer Parkplatz. Als ich meine Fahrrad vor dem Dokumentationszentrum anstellen möchte, werde ich daruf hingewiesen das das so nicht möglich sei. Der Security-Mitarbeiter bietet mir allerdings an das Rad mit Gepäck hinter dem Gebäude zu parken und die Wertsachen einzuschließen.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte fahre ich weiter in Richtung Norden. Kilometer lang entlang der Truppenübungsplatzes Bergen. Die Architektur erinnert daran, das dieser zur Vorbereitung des Angriffskrieges ab 1935 errichtet wurde. Heute sind alle Schilder zweisprachig. Der NATO-Truppenübungsplatz Bergen ist einer der größten Truppenübungsplätrze in Europa und dient für das Schiesstraining von Panzern. Nach dem Gelände überquert man den vom Militär genutzten Verladebahnhof. Von hier wurden vor 1945 Häftlinge in die Vernichtungslager verbracht. Ein Mahnmal an der Straße und ein historischer Einsenbahnwaggon erinnern an diese Zeiten.

In Wietzendorf ist man in der südliche Lüneburger Heide angekommen. Ich plünder einen Lebensmitteldiscouten und füllen Kalorien auf. Auf der rechten Hand dann der nächste riesige Truppenübungsplatz. Munster. Kurz hinter Bispingen beginnt dann das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Der Naturpark Lüneburger Heide  ist eines der ältesten und größten Naturschutzgebiete Deutschlands. Im Park herrscht generelles Fahrverbot für Kraftfahrzeuge. Ich bin also allein mit einigen Wanderen auf den Kopfsteinpflasterwegen des Naturparks unterwegs. Das Örtchen Undeloh ist das touristische Zentrum des Parks. Hier beginnen die berühmten Kutschfahrten durch die Heide.

 Durch den Landkreis Harburg pedalieren ich weiter in Richtung der Hansestadt Hamburg. In Seevetal finde ich einen Pfad der mich entlang des Seevekanal bis fast an den Bahnhof in Harburg führt. Von hier kenne ich die Strecke. Über die historische Brücke über die Süderelbe radele ich nach Wilhelmsburg und gegen 18 Uhr stehe ich nach 12 Stunden auf dem Rad und 160 Kilometern in den Beinen vor der neuen Wohnung meiner Tochter auf der Veddel.

Hier gibt es den Track der Etappe im gpx- und kml-Format zum Download.