Schafe am Elbdeich

Hamburg - St- Peter Ording. Die Königsetappe. In der Nacht geht ein heftiges Gewitter über Hamburg. Als ich am Morgen aufwache, regnet es noch immer. Nach einem kurzen Frühstück sitze ich um halb acht im Sattel und steuere das Fahrrad am Wilhelmsburger Deich entlang zum alten St. Pauli-Elbtunnel. Landungsbrücken, Hafenstraße, Fischmarkt, Museumshafen, Elbstrand. Hier bin ich schon oft geradelt. Heute am frühen Morgen kommen mir viele Radfahrer entgegen, die stadteinwärts zu ihren Arbeitsplätzen radeln.

Hinter Blankenese am Falkensteiner Ufer verlasse ich die Hansestadt Hamburg und bin in Schleswig-Holstein. Kurz hinter Wedel bin ich dann fast allein unterwegs. Ich habe kräftigen Rückenwind, der mich durch das Elbvorland trägt. Leider führt mein Weg nicht über die Sperrwerke von Pinnau und Krückau. An der Pinau ist es nur ein kleiner Schlenker. Aber an der Krückau muß ich bis nach Elmshorn radeln um den kleinen Fluss Krückau zu überqueren. Als ich bei Kollmar wieder an der Elbe bin hat sich ein Umweg von fast 20 Kilometern ergeben. In der schönen kleinen Hafenstadt Glückstadt bekommen ich ein zweites Frühstück. An der Fähre nach Wischhafen steht eine Fischbude und verkauft mir ein Matjes-Brötchen. Dann wieder auf Rad.

Brokdorf. Ein Synonym für den Widerstand gegen die Atomkraft. Der Radweg führt unmittelbar am Kraftweg entlang und bietet einen Blick auf das hinter einem Wassergraben gelegende Reaktorgebäude. Im Dorf gibt es hinter dem Deich ein Freibad, an dem ich jedoch vorbeifahre. In Brunsbüttel setze ich mit einer kostenlosen Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal. Ich befinde mich nun auf der North Sea Cycle Route, einem fast 6000 km langen Radweg rund um die Nordsee.

Der Track verläßt die Elbemündung und führt erst in Elpersbüttel wieder ans Wasser. Am neuen Meldorfer Hafen gibt es eine NABU Nationalparkstation. Hier beginnt der Nationalpark Nordfriesisches Wattenmeer. In Büsum mache ich Pause. Als ich aus dem Aldi komme, ist gerade ein Gewitterschauer nieder gegangen. Als ich nach einer halben Stunde wieder aufs Rad steige sind die Wege wieder abgetrocknet. Ein leichter Rückenwind trägt mich dann die letzen 40 Kilometer über das Eidersperrwerk nach St. Peter-Ording. Auf dem Tacho stehen als ich auf den Campingplatz einbiege 197 Tageskilometer.

 

Hier gibt es den Track der Etappe im gpx- und kml-Format zum Download.