Nach der wunderschönen Woche in Litauen stand nun noch das Kurland - lettisch Kurzeme - auf der Agenda. Von Klaipeda die Ostseeküste rauf in Richtung Norden. Bei strömendem Regen geht es auf das Fahrrad. Zum ersten Mal auf der Reise die komplette Regenmontur - Regenhose, Regenjacke und Stulpen. Es regnet, es regnet und es regnet. Auf der Seebrücke in Palanga sind nur sehr wenige Menschen. Es stürmt und der Regen peitscht in das Gesicht. Der nächste Seeort in Litauen ist Šventoji. Kurz danach geht es auf die Europastraße, die hier etwa 3 Kilometer im Landesinneren verläuft. An der Grenze gibt es keine Kontrolle und auch keinen Grenzübergang. Schengen lässt grüßen.

In Lettland wird die Straße deutlich schlechter. Zwischen Rucava und Nica wird die durch eine waldreiche fast menschenleere Gegend führende Straße ertüchtigt. Auf gut 30 Kilometern gibt es immer wieder eine einspurige Verkehrsführung. Durch eine Ampelschaltung wird der Verkehr geleitet. Die Dauer der Ampelphasen orientiert sich natürlich an der durchschnittlichen Geschwindigkeit eines motorisierten Fahrzeugs und nicht am Radfahrer. Nach der Hälfte der einspurigen Strecke kommen schon die ersten Fahrzeuge - gerne litauische Lastkraftwagen mit Containern beladen - entgegen. Es bleibt häufig nur das Ausweichen in den Baustellenbereich. Kurz vor Nica hat der Spuk ein Ende und die Baustelle ist geschafft.

In Nica gibt es einen Supermarkt mit Kaffee und leckerem Apfelkuchen. Lettisches Gebäck wird mich in den kommenden Tagen weitgehend ernähren. in Bernati geht es dann wieder an die Ostsee. Die Straße führt zwischen dem Naturschutzgebiet Liepajas Ezers und der Ostsee in Richtung Norden. Kurz vor Liepaja geht es auf einen Radweg. Dieser führt durch eine Parklandschaft in die Hafenstadt. Im Norden der Stadt liegt der Stadtteil Karosta, welcher durch das russische Zarenreich und die Sowjetunion als "Kriegshafen" genutzt wurde. Sehenswert hier der orthodoxe Dom St. Nikolaus und das ehemalige Gefängnis. Nach der Stadt werden die Straßen schlechter - Piste statt Asphalt und das mit deutlich mehr als 100 Kilometern in den Beinen. Nach weiteren 2 Stunden Fahrzeit erreiche ich einen malerischen Campingplatz direkt an der Küste in Ziemupe. Die Sonne scheint und es ist noch Zeit für ein Bad in der Ostsee.

Route

GPS-Tracks der Etappe

Impressionen

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