Mit Wochenendticket und Regionalexpress nach Kiel an die Ostsee, dort auf die Fähre nach Klaipeda - die wohl günstigste Möglichkeit mit dem Fahrrad nach Litauen zu gelangen. Die Schiffspassage dauert gut 22 Stunden und gegen 16:00 Uhr Ortszeit erreichen wir die bis zum Ende des 2. Weltkriegs nördlichst gelegene deutsche Stadt Memel. Der neue Fähranleger ist etwa 10 km nördlich der Stadt im kurischen Haff und auf neu erbauten Radwegen fahren wir bei strömenden Regen in die alte Hansestadt. In der Peripherie durchqueren wir trostlose Plattenbauten aus der Sowjetzeit und neu errichtete Einkaufszentren westlicher Prägung. Wir kommen in einem kleinem Hostel unweit des Busbahnhofs unter. Die Räder werden sicher im Keller der Herberge verwahrt. Am kommenden Morgen hört der Regen langsam auf und die Sonne lässt sich ab und an durch die Wolken erblicken. Es kann losgehen.

Mitten in Klaipeda - einer Gründung Dortmunder Kaufleute des 12. Jahrhunderts - legt die Personenfähre auf die Nehrung ab. Hier fahren wir zunächst am Meeresmuseum zu südlichen Spitze. Hier hat man einen schönen Blick auf den wichtigsten Ostseehafen der drittgrößten Stadt Litauens. Auf der Landzunge, dem Naturschutzgebiet Kurische Nehrung, zieht sich ein ein gut 60 km langer Radweg fernab vom motorisierten Verkehr durch die Dünenlandschaft. Durch Kiefernwälder geht es auf dem gut befahrenen Radweg ins kleine Fischerdorf Joadkrante. Malerisch am Haff gelegen machen wir hier Pause und genießen bei Sonnenschein Brot und Räucherfisch.

Nach der Pause radeln wir wieder auf die Seeseite und nach gut einer Stunde erreichen wir die Große Düne, die mit etwa 60 Metern höchste Erhebung der Nehrung. Hier tummeln sich die Touristen, die aus einer Vielzahl von Reisebussen gespuckt werden. Der Radweg verlässt dann die Ostseeseite und schlängelt sich entlang des Haffs Richtung Norden nach Nida. Hier schlagen wir das Zelt auf dem örtlichen Campingplatz auf.

Route

GPS-Tracks der Etappe

Impressionen

 

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