Das östliche Ruhrgebiet. Blick von der Halde Schleswig

Von der Halde Schleswig, den Asselner Alpen, hat man einen perfekten Rundumblick über das östliche Ruhrgebiet. Schaut mal nach Südosten erkennt man hinter dem Dortmunder Flughafen die Höhenlagen des Haarstrangs. Im Osten dann die Kreisstadt Unna und dahinter die Soester Börde. Hier im Blick: Das Gersteinwerk in Hamm, das Kraftwerk Bergkamen und das nördliche Münsterland mit Schloss Cappenberg.

Aber eins nach dem anderen. Herbst 2026. Ein Sonntag, der sich anfühlt wie ein Spätsommertag. Noch einmal in kurzer Hose aufs Rad. Das grobe Ziel steht: An der Marina Rünthe war ich schon lange nicht mehr. Ich steige vor der Haustür auf das Rad und über das Gelände von Phoenix West geht es vorbei an der Bergmann Brauerei zum Phoenixsee. Noch ein wenig früh für ein leckeres Bergmann Bier. Kurz hinter dem See ist der Emscherweg gesperrt. Der Weg wird endlich asphaltiert. Irgendjemand hat die Bauzäune beiseite geräumt und auf einem frischen Asphaltband radele ich nach Schüren.

Weiter zum Hauptfriedhof. Auch dort gibt es einen relativ neuen Radweg. Gut 2 km geht es durch Dortmunds größte Grünanlage. Ein Stückchen durch die Funkturm Siedlung, dann biegt der Track in die Bergbaubeamtensiedlung Am Knie. Durch die Pforte der Zeche radel’ ich auf die Halde Schleswig. Die gut 50 Meter aufragende Halde wurde im Juni 2024 für die Öffentlichkeit freigegeben. Das Panorama ist bei entsprechender Sicht einen Ausflug wert.

Durch die Felder nördlich des Dortmunder Flughafen fahre ich über Wickede und Massen nach Kamen. Ein kleines Stück auf dem Seseke-Radweg - auch dieser wird mit einer neuen Asphaltschicht versehen - dann geht es auf die alte Trasse der Klöcknerbahn, die mich dann zum Datteln-Hamm-Kanal führt. Marina Rünthe. Hier hat der Freizeitkapitän sein Schiffchen liegen. Und watt interessieren die Dieselpreise. Es ist Sonntag. Die Boote mit den illustren Namen - ich sag’ nur Liberty - müssen ausgefahren werden. Herrlich.

Die Motorboote der Freizeitkapitäne  in der Marina

Und dann die Überraschung des Tages. Bislang konnte man nur am nördlichen Kanalufer radeln. Jetzt ist ein Radweg am südlichen Ufer ausgeschildert. Und was für einer. Vermutlich das beste Stück Fahrradinfrastruktur im ganzen Ruhrgebiet. 4 Meter breit, feiner Asphalt und abends mit Beleuchtung. Doch dann steht man aktuell vor einem Bauzaun. Hier entsteht die Wasserstadt Aden. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Haus Aden wird das wohl ambitionierteste Städtebauprojekt des Ruhrgebiets realisiert. Und kaum hat man die Baustelle umfahren, ist man wieder auf dem tollen neuen Radweg zum Seepark Lünen.

Am Preußenhafen ist Hochbetrieb. Die Idee eine Pommes zu verköstigen, wird wegen langer Schlange verworfen. Weiter am Kanal lang. Bis zur nächsten Zechenbahntrasse. Vom Kanal zum Colani Ei auf Minister Achenbach nach Brambauer. Und dann steh’ ich südlich der A1 plötzlich am Dortmund-Ems-Kanal. Der Radweg führt mich zurück nach Dortmund. Im Umschlagplatz ist Flohmarkt. Also weiter auf ein verdientes Bierchen an der neuen Hafenpromenade. Zurück nach Hombruch nehme ich noch ein Stück den frisch asphaltierten Emscherweg.

Fazit der Tour: Es scheint, es hätten die Planer von Radwegen etwas verstanden. Wassergebundene Decken taugen nicht und sind teuer im Unterhalt. Asphalt rules.

Streckenverlauf

Wer den Radweg nach radeln möchte, findet den Track zum Download und auf Komoot.

Impressionen

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