glueckauf kampfbahn

Es ist schon wieder Karfreitag. Die Herren begeben sich auf das Fahrrad. Mit der Regionalbahn geht es nach Krefeld. Auch auf der anderen Rheinseite wurde im Ruhrgebiet Fußball gespielt. In der Grotenburg-Kampfbahn. Der Werksclub FC Bayer 05 Uerdingen hatte hier seine Heimspielstätte. Das 1927 erbaute Stadion im Krefelder Stadtteil Bockum hat allerdings seine große Zeit längst hinter sich gelassen. Hier bröckelt nicht nur der Putz.

Weiter geht es über die Uerdinger Rheinbrücke nach Duisburg-Mündelheim. In Hüttenheim besteigen wir die Landmarke Tiger and Turtle. Auf der im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010 entstandenen Skulptur hat man einen Blick über den Duisburgern Nordern und das Stahlwerk in Hüttenheim. Von hier radeln wir bei mäßigem Wetter Richtung Wedau. An der Regattabahn entlang zum Wedaustadion des legendären MSV Duisburg. Die Heimspielstätte der Zebras hat jetzt einen komischen Namen. Irgendwas mit Schauinsellandreisen. Und die glorreichen Tage des MSV sind leider auch Geschichte. Wollen wir hoffen, dass das Gründungsmitglied der Fußballbundesliga in diesem Jahr zumindest die Zugehörigkeit zur dritten Liga hält. An der Regattabahn gibt es ein typisches Ruhrgebiets-Büdchen. Nach Bier und Pommes steigen wir auf die Räder. Es hat angefangen zu regnen und es wird an diesem Tag auch nicht mehr aufhören.

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Das nächste Stadion auf unserer Tour ist das Ruhrstadion in Mülheim an der Ruhr. Hier wurde nie Bundesligafußball gespielt. In den 1970er Jahren spielte der 1. FC Mülheim in der 2. Fußball-Bundesliga. Heute spielt hier der Mülheimer FC 97. Zur 1925 errichteten Anlage im Stadtteil Styrum gehört, wie in vielen Ruhrgebietsstädten, ein Volkspark mit Freibad. Neuerrichtet ist der Imbiss, wo wir aufgrund des Wetters wieder eine Pause einlegen.

Die große Zeit von Rot-Weiß Oberhausen war auch Anfang der 70er Jahre. Vier Jahre spielte der Club unter der Leitung des Dortmunder Adi Preissler im Oberhaus. Das Niederrheinstadion liegt zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher. Auch gibt es einen Volkspark, der 1926 zur Erholung der arbeitenden Bevölkerung der Gute-Hoffnungshütte und den Oberhausener Zechen errichtet wurde. Auf unserer Route liegt eigentlich die Hafenstraße in Essen. Hier im Stadtteil Vogelheim spielt der deutsche Meister von 1958. Aber es regnet wie aus Eimern und wir entschließen uns direkt nach Bottrop zu radelt. In Boy liegt das empfehlenswerte Hotel Chillten, wo wir die Nacht verbringen werden. Gar nicht weit von hier betreibt die Fußballlegende Ente Lippens sein Ranch Mitten im Pott.

Am nächsten Tag pedalieren wir nach Essen Karnap zum Matthias Stinnes Stadion. 1956 wurde hier trotz Verbot durch den DFB das erste Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen ausgetragen. Deutschland besiegte die Niederlande mit 2:1. Leider verfällt diese historische Spielstätte mehr und mehr und ist zu einem Lost Place verkommen.

Wir nähern uns der verbotenen Stadt. Als Dortmunder Jungs verzichten wir auf einen Ausflug zum Berger Feld. Nördlich des Rhein-Herne-Kanals steht die Biathlonhalle und die Reste des ehemaligen Parkstadions. Wir radeln allerdings direkt zur Glück-Auf-Kampfbahn. Hier in der unmittelbar an der A42 gelegenen Arena feierten die Blauen ihre größten Erfolge. Heute zeugt die Gegend an der Kurt-Schumacher-Straße von Verfall und Armut. Zwar haben noch viele Fanclubs ihre Adresse auf der Schalker Meile, aber die glorreichen Zeiten sind auch hier endgültig vorbei. Wir lassen Gelsenkirchen hinter uns.

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Die SG Wattenscheid 09 ist eng verbunden mit dem Textilunternehmer Steilmann. In der Lohrheide wurde ab 1990 Bundesligafußball gespielt und es gab - so munkelt man bis heute - die beste Stadionwurst in ganz Deutschland. Auch das ist Geschichte - aber es macht Bochum zu den wenigen Städten, in denen zeitgleich zwei Bundesligavereine kickten. Und damit und nach weiteren 10 Kilometern auf dem Rad sind wir an der Castroper Straße. Das Schmuckkästchen Ruhrstadion ist ein Zweckbau aus den 70er Jahren. Ein reines Fußballstadion ohne Laufbahn. Klein, charmant und die Heimspielstätte der grauen Maus. Aber so grau ist die Maus gar nicht. Immerhin hat es der VFL Bochum nach Jahren in Liga 2 wieder ins Oberhaus geschafft.

Ziel der Tour ist dann das Westfalenstadion in Dortmund. Im größten Fußballstadion Deutschlands empfängt der Ballspielverein Borussia Dortmund am heutigen Karsamstag die Unioner aus Berlin-Köpenick. Das Spiel endet leistungsgerecht 2:1 für Borussia Dortmund. Nur der BVB.

Die Tour gibt es wie immer als Gpx-Track zum Download oder bei Komoot.

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