Friedrich Rückert

Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen.

Am Hawassa See

Am Awasasee, gut 200 Kilometer südlich von Addis Abeba, liegt die letzte Station unserer Reise durch Äthiopien. Wir fahren mit einem Privatwagen. Reichlich defekt und meist mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Ich bin froh, als kurz vor Einbruch der Dunkelheit das Progresso Hotel in Hawassa erreichen. Das ehemalige Regierungshotel stammt aus den frühen 70er Jahren. Um einen etwas in die Jahre gekommenen Pool sind kleine Apartments gruppiert. 

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Im Hotel gibt es kaum Übernachtungsgäste. Trotzdem ist jetzt hier am Abend sehr gut besucht. Junge Pärchen aus der Stadt sitzen in uralten Gartenstühlen am See, trinken Bier und genießen den kühler werdenden Abend. Hawassa ist die Hauptstadt der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker. Am Ufer des Sees gibt eine lange Promenade mit Bierbuden und Restaurants. Hier starten auch die Boote zur Beobachtung von Flusspferden. Am Schilf bewachsenen See gibt es viele Wasservögel. Am auffälligsten sind die riesigen Marabos. Die Storchenvögel werden bis zu eineinhalb Meter groß und haben eine Spannweite von bis zu drei Metern. Marabu sind eigentlich Aasfresser. Hier an der Promenade von Hawassa ernähren sich die Vögel aber vornehmlich von Fischabfällen und Müll.

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Wir bleiben drei Nächte in Stadt. Am Mittag des dritten Tages starten wir mit einem modernen Reisebus nach Addis. Die Reise in Metropole dauert gut vier Stunden. Am frühen Abend erreichen wir den Meskel Square, wo vor gut vier Wochen unsere Rundreise durch Äthiopien begann.

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