• Martin Buber

    Alle Reisen haben ein geheimes Ziel, welches dem Reisenden nicht bewusst ist.

Blick auf die A in Groningen

Er gaat niets boven Groningen. Der Slogan der Stadt spielt seit über 30 Jahren auf die Lage in Nordholland an. Groningen ist jung. Gut 60.000 Studenten leben in der Stadt und machen sie so zur jüngsten Stadt der Niederlande. Dabei gibt es die alte Hansestadt Groningen schon seit über 1000 Jahren.

Nach dem Tag auf dem Rad pedaliere ich am Abend aus Osten kommend in die Stadt. Ich durchquere zunächst den Hafen und langweilige Einkaufszentren. Der Stadtkern liegt an dem Flüsschen Aa inmitten von Grachten und Kanälen. Als Landmarke und Orientierung dient der Martiniturm. Fast 100 Meter hoch überragt der Kirchturm der Martinikerk die Stadt und den Großen Markt.

Auf dem Grote Markt ist eine Bühne aufgebaut. Die Niederländer wandern gerne. Gerne gemeinsam. Gerne in Gruppen. In diesem Jahr findet zum zweiten Mal das Groningse 4daagse Wanderevent statt. An vier Tagen wird auf 20 km, 30 km oder 40 km Etappen in alle Himmelsrichtungen Groningen und seine Umgebung erlaufen. Am Stadthaus vorbei radele ich auf den Vismarkt. Es steht noch genau ein Fischwagen auf dem historischen Platz und der klappt gerade seine Verkaufslade zu. Also kein Kibbeling als Abendessen.

Stattdessen wird es Asia Streetfood mit Soja und frischem Gemüse. Die lebendige Studenten quillt geradezu über an kleinen Restaurants und Imbissbuden. Verhungern muss man in Groningen wahrlich nicht. Gestärkt setze ich mich wieder auf das Rad und fahre zum Flüsschen A an dessen Ufern die Stadt erbaut wurde. In den Kanälen und Flüsschen liegen Woonschepen. Wohnschiffe gehören zu Groningen wie die Fahrräder. Von alten umgebauten Frachtseglern bis zum Designloft auf modernen Lastkähnen. Wer mag findet auch Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Wasser.

Der Noorderplantsoen ist die grüne Lunge der Stadt. Der Stadtpark wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf ehemaligen Befestigungsanlagen errichtet. Im zentralen Café gönnen sich die Einheimischen als Vorbereitung für den Abend einen verkehrten Kaffee. Mir stecken die fast 100 Kilometer auf dem Faltrad in den Knochen. In einem Albert Heijn kaufe ich Snacks und Verpflegung für den kommenden Tag auf dem Rad. Bei Sonnenuntergang bin ich wieder zurück auf meinem Zeltplatz.

10-Groningen
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