Rudyard Kipling

The first condition of understanding a foreign country is to smell it

Luxor. Die Allee der Sphinx

Mit der öffentlichen Fähre überqueren wir aus der Westbank kommend den Nil. Die Anlegestelle in Luxor liegt etwas nördlich der Stadt in Höhe des Luxor Museums.  Am Ufer des Nils wird in der großen Moschee gerade zum Gebet gerufen. Hunderte Gläubige füllen den Platz vor der Moschee. Selbst auf der Uferpromenade haben sich Männer, teilweise mit ihren Söhnen, niedergelassen um die Predigt zu verfolgen.

Im weiteren Verlauf der Nile Corniche liegt etwa 2 Kilometer nördlich der Eingang des Besucherzentrums Karnak. Die Tempelanlage ist die größte und eine der besterhaltenden antiken Stätten in ganz Ägypten. Der Sakralbau steht schon seit 1979 auf der Unesco-Welterbeliste. Der Tempel ist dem altägytischen Gott Amun, dem Gott des Windes und der Fruchtbarkeit gewidmet. Der Eingang zur imposanten Säulenhalle bildet ein Spalier von guterhaltenen Sphinxen. Der Tempel des Amun-Re besteht aus verschiedenen ineinander verschachtelten Bauwerken. Massive, fast 25 Meter hohe Säulen erinnern in ihre Bauform an Papyrusgräser. Besonders eindrucksvoll: An den Säulen erkennt man auch nach mehr als 3000 Jahren noch die bunte Pracht des Tempels. Farbreste zeugen davon, das die Bauwerke einst vollständig bunt bemalt waren.

Teil der Tempelanlage ist ein künstlich angelegter See,. Hier lebten die Totemtiere Amuns: Heilige Gänse. Der rechteckige See erinnert entfernt an die Sakralbauten von Angkor Wat in Kambodscha. Aber während dort die Seen von üppig wuchernden Natur umgeben sind, liegt der heilige See von Karnak in einer trockenen Wüstenlandschaft. Nach Süden öffnet sich der Tempelbezirk zur Allee der Sphinx. Diese fast 3 Kilometer lange Allee mit mehr als 1300 Sphinxen, die Menschen- und Widder-Köpfe tragen, verbindet die Tempel von Luxor und Karnak. Entdeckt wurde der Prozessionsweg schon im Jahr 1949.  2005 begann man mit der Restaurierung und dem Wiederaufbau und erst jetzt im Spätherbst 2021 feierte man die Eröffnung mit einem gigantischen TV-Spektakel. Nach der Coronapandemie buhlt Ägypten um jeden zahlenden Touristen.

Auf der Spinxallee, welche mitten durch die 500.000 Einwohnerstadt Luxor führt, gibt es allerdings keinerlein Schatten. Jetzt im Dezember kein Problem. In der Gluthitze des Sommers möchte ich hier nicht entlanglaufen. Auch jetzt ist die erst Ende November eröffnete Allee fast menschenleer. Vereinzelt sieht man Wachmänner und Servicepersonal. Nach gut 800 Metern stehen wir plötzlich erneut an einem Kassenhäuschen. Hier muß man, möchte man die Allee der Sphinx vollständig durchschreiten, erneut Eintrittgeld entrichten. Es werden noch einmal knapp 10 Dollar für den Besuch des Luxortempel fällig. Das sparen wir uns heute und geniessen lieber eine süssen türkischen Kaffee in einem kleinen Cafe am Nil.

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