Suomenlinna. Das ist der offizielle Name des Weltkulturerbes vor den Toren Helsinkis. Die Geschichte Finnlands ist eng mit Schweden verbunden. Über 600 Jahre war Finnland ein Teil von Schweden. Noch heute sprechen fast 10 % alle Finnen die schwedische Sprache. Schweden beherrschte über viele Jahrhunderte zusammen mit der Handelsmacht Hanse und dem Deutschen Orden über den Ostseeraum.
Das änderte sich mit dem großen nordischen Krieg Anfang des 17. Jahrhunderts. Schweden verlor immer mehr die Vormachtstellung im Ostseeraum. Das russische Reich betrat die baltische Bühne. An der Newa am Ostende des finnischen Meerbusens wurde St. Petersburg gegründet und das russische Reich schickte sich an, als Seemacht in Ostsee aktiv zu werden. Dem wollte Schweden etwas entgegensetzen und begann ab 1750 auf den Helsinki vorgelagerten Inseln mit dem Bau einer militärischen Festung.
Als wir am frühen Morgen in die Straßenbahn steigen, scheint die Sonne. Mit der Linie 2 fahren wir zum Hafen, wo schon die öffentliche Fähre nach Suomenlinna auf uns wartet. Soumenlinna ist frei zugänglich. Es wird kein Eintritt erhoben. Die Finnenburg ist nicht nur Welterbe, sondern auch ein eigener Stadtbezirk in der Stadt. Über 500 Menschen wohnen in den alten Kasernenanlagen der historischen Festung. Also machen wir das, was wir am liebsten tun: Einfach mal drauf loslaufen.
Die Herrschaft Schwedens endete1808 mit dem Einfall der russischen Truppen in Finnland. Russland besiegt Schweden erneut und übernimmt die Herrschaft. Die Russen erobern auch die Festung und bauen diese weiter aus. Zeitweise sind über 13.000 Soldaten auf den fünf Inseln stationiert. Es wird eine orthodoxe Kathedrale errichtet. Russische Händler siedeln sich an. Die Herrschaft Russlands endet erst nach dem 1. Weltkrieg. In den Wirren nach der Oktoberrevolution erringen die Finnen ihre Unabhängigkeit und übernehmen auch die Inseln. Die Festung wird erneut umbenannt und trägt seit dem den Namen Suomenlinna - Finnenburg - die finnische Burg.
Und wir? Wir lassen uns treiben. Das Wetter schlägt um. Statt strahlendem Sonnenschein plötzlich eiskalter Wind und Schneegestöber. Winter im Norden Europas. So haben wir es uns vorgestellt. Irgendwann wird es zu kalt. Mit der Fähre geht es zurück zum Festland. Ein schöner Ausflug.

















