Erich Kästner

Nur unterwegs erfährt man das Gefühl märchenhafter Verwunschenheit.

Estadio Libertadores

Nach dem Besuch der Bomboniera wollte ich auch das Stadion des aktuellen Tabellenführers der argentischen Liga sehen. Und das ist im März 2019 erstaunlicherweise der Racing Club aus dem Industrievorort Avellaneda. Racing wurde 1903 gegründet und hatte seine erfolgreichste Zeit zwischen 1913 und 1925, als er neunmal Landesmeister wurde. Bis 1967 kamen weitere 6 Meistertitel hinzu und damals wurde man nach dem Gewinn des Copa Libertadores Weltpokalsieger gegen Celtic Glasgow. Nach einem letzten Meistertitel 2001 wurde es still um den Club. Doch jetzt ist man wieder da und steht am 23. Spieltag mit 4 Punkten Vorsprung ganz oben auf dem Tableau.

Also einfach mal Google Maps anwerfen und siehe da: Mit dem 33er Bus sind es aus San Telmo keine 30 Minuten bis zur Spielstätte des Vereins. Ich bin etwas irritiert. Der Bus fährt eine andere Route als in Maps angegeben, aber schließlich bin ich im Vorort Avellaneda und der Fahrer zeigt mir an auszusteigen. Ich laufe zu dem von weitem sichtbaren Rund. Doch plötzlich sind dort unmittelbar nebeneinander zwei große Stadien. Ein Kuriosum, das es so wahrscheinlich nur in Buenos Aires geben kann. Ebenso in Avellaneda beheimatet ist der Club Atlético Independiente. Mit sieben Titeln bei den Copa Libertadores noch vor den Boca Juniors der erfolgreichste Verein Südamerikas. Der zweimalige Weltpokalsieger von 1973 und 1984 spielt im Estadio Libertadores de América. 

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Das Stadion der Befreier Amerikas ist rot und rechteckig. Als ich nach einer Möglichkeit frage, das Stadion zu besichtigen, wird mir der Weg zu einem unscheinbaren Pförtnerhäuschen aus Wellblech gezeigt. Ich breche das Eis mit Fotos vom Westfalenstadion und versuche mit meinem radebrechendem Spanisch mein Anliegen zu erläutern. Kein Problem. Ich möge nur ein wenig warten. Nach fünf Minuten läuft Nikolas mit mir los ins Stadion. Das Rechteck hat kein Dach und die Ecken sind mit Logen geschlossen. Das Stadion wurde laut Wikipedia zwischen 2007 und 2009 errichtet und hat eine Kapazität von über 50.000 Plätzen. Ich kann mich frei bewegen nur auf den heiligen Rasen soll ich nicht. Auf dem Stadiongelände ist auch eine vereinseigene Schule und weitere Sportstätten.  Nach einer guten halben Stunde verabschiede ich mich von meinem freundlichen Stadionführer und laufe dann die paar Meter hinüber zum Racing Stadion.

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Beim Lokalrivalen Racing ist man weniger freundlich. Beim ersten Tor werde ich von einem jungen Security Mitarbeiter abgewiesen und auch der etwas ältere Pförtner an der Einfahrt zum Stadion west mich zurück. Offziell kann man das Stadion angebllich nur am Samstag nachmittag besichtigen. Es bleibt mir also nichts als das Rund von Außen zu betrachten und ein paar Fotos zu schießen. Das Estadio Presidente Perón wird im Volksmund Der Zylinder genannt und hatte bei seiner Eröffnung 1950 ein Fassungsvermögen von 100.000 Zuschauern. Heute sind es deutlich weniger. Mit 51.000 Plätzen ist es nur unwesentlich größer als der Nachbar von CAI. Alle Plätze in dem runden Stadion sind überdacht - außergewöhnlich in Buenos Aires.

AvellanedaEstadios

 Quelle: Wikipedia Commons. Roger Schultz from Buenos Aires, Argentina.  Creative-Commons-Lizenz, Namensnennung 2.0 generisch

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