Vier Tage nach unserer Rückkehr aus Marokko, nach zwei Geburtstagen und Heiligabend im Kreise der Familie, sitzen wir am 2. Weihnachtsfeiertag schon wieder im Zug. Der Tradition entsprechend, mit dem Deutschlandticket über Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck nach Travemünde. Die Deutsche Bahn erweist sich als zuverlässig. Wir erreichen alle Relationen und sitzen gegen 21:00 Uhr in Travemünde beim Italiener.
Mit einem lokalen Bus geht es nach einer schmackhaften Pizza zum Fährterminal am Skandinavienkai. Die Anbindung ist ein wenig suboptimal. Wir müssen noch gut eineinhalb Kilometer durch ein Industriegebiet bis zum Hafenhaus laufen. Aber das kennen wir ja schon von der Fährfahrt nach Trelleborg in diesem Sommer. Am Check-in bekommen wir die Kabinenkarten und nach nicht einmal 30 Minuten sitzen wir in Shuttlebus auf die Finnmaid. Ein Schiff der Star Klasse. Finnische Eisklasse 1 A Super. Auf dem oberen Autodeck stehen elektrische VW auf dem Weg nach Finnland. Wir beziehen unsere Luxuskabine 9001. Deck 9. Außenkabine ganz vorne. Man wird nur einmal sechzig.
Auf Deck gilt finnische Zeit. Eine Stunde on top. Die Fährroute zwischen Travemünde und Helsinki ist mit über 30 Stunden eine der längsten Fährverbindungen in Europa. Die Kabine ist verhältnismäßig groß. Ein Doppelbett und zwei Klappliegen, die man auch als Sofa nutzen kann. Es gibt eine Nasszelle. Das Highlight ist das große Panoramafenster zum Bug des Schiffes.
Life is like the ocean.
It can be calm and still
or rough and rigid,
but in the end, it is always
beautiful.
An Bord gibt es ein Fitnessstudio und einen Sauna- und Spa-Bereich. Das dazu gebuchte Essen ist wirklich ausgezeichnet. Brunch gibt es von 9:30 bis 12:30 Uhr auf Deck 11 mit Sektempfang und finnischen Spezialitäten. Am Abend wird ab 18:30 Uhr zum Dinner ans Buffet geladen. Gereicht werden internationale und finnische Leckereien. Bier und Wein am Abend sind inkludiert. Trinkwasser sollte man sich am Buffet abfüllen. Sonst wird es schnell teuer. Und die Mitgliedschaft im Starclub ist empfehlenswert. Das Bonusprogramm vergünstigt Einkäufe an der Bar oder im Shop deutlich. Wi-Fi kann man vor Reisenantritt dazubuchen - sofern man es benötigt. Es ist relativ teuer, es kann mit mehreren Endgeräten genutzt werden, stabil und zuverlässig.
Am Nachmittag herrlicher Sonnenschein. Ein tiefblaues Meer, strahlend blauer Himmel. Es ist windig. Windstärke 8 und in Böen auch noch deutlich mehr. Die Finnmaid bahnt sich ruhig ihren Weg durch die kalten hohen Wellen an der Ostküste Schwedens gen Norden. An und an wackelt der Stahlkoloss leicht. Es soll aber noch windiger werden. Zum Abend und zur Nacht hin verstärkt sich der Wintersturm Johannes zu einem ausgewachsenen Orkan, der, so hören wir später, in Schweden sogar mehrere Todesopfer fordert. An ruhigen, erholsamen Schlaf ist in dieser Nacht also nicht zu denken.
Am kommenden Morgen erreichen wir mit 30 Minuten Verspätung die finnische Hauptstadt. Der Hafen liegt etwa 20 Kilometer östlich der Stadt. Mit Bus und Metro - die Fahrkarten hatte wir zuvor schon in der HSL-App erworben - erreichen wir das Zentrum der Stadt in 60 Minuten. Hello Helsinki.

















