• Lin Yutang

    Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.

Weinanbau in der Wachau

Es sind nur 36 Kilometer zwischen Melk und Krems. Die Wachau. Historische Kulturlandschaft an der Donau. Im Dezember des Jahres 2000 setzte die UNESCO die Wachau auf ihre Liste des Weltkulturerbes als außergewöhnliches Beispiel einer mitteleuropäischen Kulturlandschaft aus dem Mittelalter, in der die traditionellen Lebens- und Wirtschaftsformen bis in die Gegenwart nahezu unverändert fortbestehen.

Wir beginnen unser Wachau-Abenteuer in Melk auf dem historischen Marktplatz. Die Sonne scheint mit frühsommerlicher Kraft und rund um den Kolomanibrunnen sitzen die Menschen in den Cafés der Stadt. Über allem thront eines der Wahrzeichen des Welterbes Wachau: die barocke Stiftskirche Melk.

Durchfährt man die Wachau mit dem Rad, muss man sich hier entscheiden, auf welcher Donauseite man radeln möchte. An der Donaubrücke Melk, da wo die Pielach in einen Altarm der Donau mündet, bleiben wir auf der ruhigeren Südseite. Bis Krems wird es nun keine Brücken geben. Möchte man den Strom dennoch queren, ist man auf die historischen Rollfähren angewiesen. Die gibt es in Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein.

Bei Schönbühel ragt das Schloss auf einem Felsen über die Donau. Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich, da es als Privatresidenz genutzt wird. Als pittoreskes Fotomotiv taugt es allemal. Die Bundesstraße 33, an der der Radweg entlang führt, bewältigt hier einige Höhenmeter, bevor es wieder hinab zum Kloster Schönbühel direkt am Fluss geht. In Aggsbach Dorf lädt die Donauterrasse zu einer Rast und einem Fotostopp ein.

In Hofarnsdorf folgen wir einem Wegweiser am Radweg. Die Winzerfamilie Glück lädt zum Heurigen in den Gastgarten ein. Auf der Karte stehen hervorragende Weine und schmackhafte, regional geprägten Speisen. Der Rupertiwinzer Johannes Glück beschert uns eine gute Zeit und ein kulinarisches Vergnügen. Nur schweren Herzens stehen wir nach Speis und Trank auf und laufen zu den Falträdern.

Bis zu unserem anvisierten Ziel, dem Campingplatz in Rossatzbach sind es noch gut 15 Kilometer. Leicht beschwingt vom Grünen Veltliner und mit Wind im Rücken radeln wir durch Weinbauterrassen und Obst- und Marillengärten. Die Zeltwiese liegt unmittelbar am jetzt nur 12 Grad kalten Wasser der Donau. Vom Baden ist also abzusehen. Im milden Licht des Sonnenuntergangs spiegelt sich der hellblaue Kirchturm von Dürnstein. Der Überlieferung nach wurde Richard Löwenherz hier gefangen gehalten. Direkt neben dem Campingplatz verkauft ein freundlicher Winzer seine Produkte aus der Garage. Beim Kauf einer weiteren Flasche Hauswein dürfen wir Marillenbrand kosten, der uns recht schnell süße Träume beschert.

Am nächsten Morgen liegen Flusskreuzfahrtschiffe auf der anderen Donauseite. Wir beginnen den Tag mit einer morgendlichen Wanderung durch die Weinberge. Dann packen wir Zelt und Schlafsäcke auf die Brompton-Räder. Der Hunger treibt uns nach Mautern, wo wir auf einer Bank mit Blick auf die Donau unser Frühstück genießen. Es war schön in der Wachau und vielleicht kommen wir ja noch einmal in diese herrliche Landschaft.

Impressionen

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