Lin Yutang
Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.

Niemand realisiert, wie schön Reisen ist, bis man nach Hause kommt und seinen Kopf aus das alte, gewohnte Kissen legt.
Im Sommer 2018 ist es dann so weit: unser Sabbatjahr beginnt. Hatte ich zunächst noch Zweifel, ob ich mir als Freiberufler die Auszeit leisten kann, sitze ich nun mit dem Laptop in der Tasche am Flughafen in Dortmund. Die Kinder haben uns zum Terminal begleitet und heute am 1. Juli kann es losgehen. Unser Flug nach Kuitaissi hat fast 4 Stunden Verspätung. Aber wir sind ja nicht in Eile.
Oben auf dem Wanderparkplatz kann man grob erahnen, wie die Wanderung verläuft. Über saftige Rinderweiden laufen wir hinab nach Te Werahi. Die jungen Bullen auf der Weide sind äußerst neugierig und glotzen uns unentwegt an. Der etwa 15 Kilometer lange Wanderweg ist durch orange Pfeile gut ausgezeichnet.
Bei unserem Roadtrip durch den Norden Neuseelands fahren wir auf dem Twin Coast Discovery Highway. Wir sind an der ruhigeren Pazifikküste in den Norden gefahren und bewegen uns jetzt an der rauen, windigen Küste der Tasmanischen See wieder zurück in den Süden. Nach unserer Übernachtung auf dem Campingplatz in Ahipara an Ende des Nighty Mile Beach fahren wir eine Zeit lang durch eine fast unbewohnte Gegend.
Eigentlich hatte ich nur nach einem Campingplatz gesucht, der am Strand ist und von dem es am letzten Tag unserer Northlandtour nicht mehr weit zurück nach Auckland ist. Die Fahrt nach Muriwai Beach zieht sich in die Länge. Erst am frühen Abend treffen wir ein. Der Camping Ground ist groß und liegt in den Dünen direkt am Strand.
Weiterlesen: Muriwai Beach Regional Park. Die Brutkolonien der Tölpel
Nach über tausend Kilometern sind wir wieder in Auckland. In acht Tagen sind wir die Küste rauf und wieder runter gezockelt. Twin Coast Discovery Highway. Der kleine geliehene Toyota hat gute Dienste verrichtet. Dank Anke sind wir heil durch den Linksverkehr gekommen. Und auch das einfache kleine Zelt aus dem Warehouse hat uns vor Wind und Wetter geschützt.
Wir haben wieder ein Auto gemietet. Wieder einen Toyota Yaris. Wieder bei Snap Rentals. Und auch diesmal ist es nicht ganz einfach die Metropole Auckland hinter sich zu lassen. Aber nach einem kurzen Stück auf der Autobahn fahren wir auf den Pacific Coast Highway, eine Touristenstraße im Süden der Nordinsel.
Weiterlesen: Rotorua. Und schon wieder stinkt es nach Schwefel.
Rund um Rotorua gibt es einige Wanderwege und Mountainbike-Trails. Der Track am Blue Lake ist etwa sechs Kilometer lang und wird in unserem Reiseführer empfohlen. Als wir gegen 11 Uhr am See eintreffen, kommen die ersten Badebesucher an den See. Wir trinken noch schnell einen Flat White und machen uns dann auf den Weg.
Die Huka Falls liegen acht Kilometer nach der Stadt Taupo. Der größte See Neuseelands, der Lake Taupo, entwässert in den Waikato River. Und hier kurz hinter der Stadt zwingt sich der Fluss durch ein Nadelöhr. Der zuvor fast 100 Meter breite Fluss verengt sich auf gut 15 Meter und überwindet in Stromschnellen zwei Kaskaden.