Matsuo Basho
The journey itself is my home

The journey itself is my home
Nachdem es bis in die frühen Morgenstunden geregnet hat, zeigt sich gegen 9 Uhr die Sonne. Von Mestia sind es etwa zwölf Kilometer zum Chalaaldi Gletscher. Eine schöne Tageswanderung.
Zunächst laufen wir noch ins Dorf, trinken einen Kaffee und holen Proviant für die Wanderung. Der Pfad, den ich mir im Netz angeschaut hatte, führt zunächst auf der rechten Seite des Flusses am Flughafen entlang.
Nach drei Tagen in Kutaissi wollen wir eigentlich an das Schwarze Meer reisen. Auf dem Weg dorthin, im Marschrutka nach Zugdidi, überlegen wir es uns aufgrund des eher schlechten Wetters anders. Die Idee: Das Obere Swanetien liegt zwischen den Bergen. Sowohl nach Norden als auch nach Süden durch Bergketten mit Höhen von deutlich über 3000 Metern vom Rest des Landes abgeschirmt.
Nördlich von Kutaissi beginnt der große Kaukasus, der sich auf eine Höhe von über 5000 Metern erhebt. Aus dem Hochgebirge fließen reißende Gebirgsflüsse in die Kolchische Tiefebene. An vielen Stellen graben die Flüsse tiefen Rinnen in das Karstgebirge. Neben dem Martvili Canyon gibt es den Okatse Canyon mit einem Panoramaweg und einem Cliffhanger als Stahlkonstruktion. Also genau das Richtige für den Autor, der im wahren Leben mit einer soliden Höhenangst ausgestattet ist. Gut, dass die Anke dabei ist.
Etwa 15 km von Kutaissi entfernt befindet sich Gelati. Die Akademie ist Teil einer Klosteranlage und besteht seit dem 12. Jahrhundert. David der Erbauer gründet die Universität nach dem Vorbild der Akademie von Mangana in Konstantinopel und sie ist lange das kulturelle Zentrum Georgiens. Mit einem Marschrutka fahren wir etwa eine halbe Stunde in die hügelige Landschaft nördlich von Kutaissi.
Die Reise nach Georgien beginnt mit einem technischen Defekt an der Wizzair Maschine, die uns nach Kutaissi fliegen sollte. Das Ergebnis: 7 Stunden Verspätung. Zum Glück sind wir noch nicht hinter der Sicherheitskontrolle, sodass wir die Wartezeit zumindest bei Sonnenschein und frischer Luft am Dortmunder Flughafen verbringen dürfen. Das Schreiben an die Airline mit der freundlichen Bitte um Entschädigung ist im Prinzip schon geschrieben.
Wir reisen mit einem 90 Liter Eagle Creek Roller und 2 30 Liter Rucksäcken als Handgepäck. Darin wollen das alles einpacken:
Der Hausstand ist weitgehend in den Keller geräumt, Impf- und Reisepässe liegen griffbereit und Wizzair erinnert freundlich an die Größe des Handgepäcks. Ein Jahr auf Reisen. In einem Jahr um die Welt. Ein Jahr einen Blick aus dem Hamsterrad hinauswagen. Am kommenden Montag fliegen wir nach Kutaissi, Georgien und beginnen mit unserem Sabbatical.
Gestern noch einmal auf die gemeinsame Packliste geschaut. Ein bisschen nervös wird man schon. Hat man wirklich an alles gedacht? Sind die Vorbereitungen vollständig? Hab ich auch wirklich nichts vergessen?
Wenn Ihr möchtet, könnt ihr hier im Netz ein wenig mitreisen. Meine herzallerliebste Anke und ich wollen diese Reise bloggend begleiten. So zumindest die Idee. Anke hält euch auf ihrem Wordpress Blog auf dem Laufenden und ich werde meine Joomla Installation mit Fotos und Texten füllen.

Am Nachmittag gegen 16:00 Uhr verlassen wir Mestia mit dem Marschrutka. Der Fahrer ist die Hölle. Neben uns gibt es mit Natascha, einer jungen Frau aus St. Petersburg, nur eine weitere Mitfahrerin. In Zugdidi angekommen, haben wir noch reichlich Zeit. Der Nachtzug nach Tiflis fährt erst gegen 21:00 Uhr. Wir erwerben kurzfristig Fahrkarten. Erste-Klasse-Schlafwagen 29 Lari - etwa 10 Euro. Um 6:00 Uhr morgens erreichen wir gut erholt an einem Sonntagmorgen die georgische Hauptstadt.
Weiterlesen: Tbilissi. Drei Tage in der Hauptstadt Georgiens

Swanetien ist eine Hochgebirgsregion Georgiens im Großen Kaukasus. Die Einwohner des an der Grenze zu Russland gehörenden Gebiets sind hier seit dem 4. Jahrhundert vor Christus verbürgt. Heute leben in Oberswanetien und deren Provinzhauptstadt Mestia gut 9.000 Menschen. In den vergangenen Jahren erlebt Swanetien durch das Aufkommen von nachhaltigem Trekking-Tourismus einen spürbaren Aufschwung.