Matsuo Basho
The journey itself is my home

The journey itself is my home
Im Sommer 2018 ist es dann so weit: unser Sabbatjahr beginnt. Hatte ich zunächst noch Zweifel, ob ich mir als Freiberufler die Auszeit leisten kann, sitze ich nun mit dem Laptop in der Tasche am Flughafen in Dortmund. Die Kinder haben uns zum Terminal begleitet und heute am 1. Juli kann es losgehen. Unser Flug nach Kuitaissi hat fast 4 Stunden Verspätung. Aber wir sind ja nicht in Eile.
Die Welterbegeschichte hat es mir angetan. Also stehe ich am Abreisetag um halb sieben auf, lasse Anke schlafen und fahre mit Metro und Bus zum Qutub Komplex.
Nach einer Nacht im Nachtzug kommen wir mit gut zwei Stunden Verspätung in Bikaner an. Ein Tuktuk bringt uns zu unserem kleinen Homestay Shanti House. Die sehr liebenswerte Family lädt zum Tee. Bis wir Einchecken können, dauert es noch. Also entschließen wir uns, das Junagarh Fort zu besuchen. Die beeindruckende Palastanlage wurde im 16. Jahrhundert durch die Maharadschas von Bikaner erbaut und diente diesen als Adelssitz.
Weiterlesen: Bikaner. Kamele, Ratten und ein berühmter Maharadscha
Morgens um sechs erreichen wir mit dem Nachtzug aus Bikaner, die goldene Stadt in der Wüste Thar - Jaisamler. Wir werden am Bahnhof erwartet. Surya der Manager unseres kleinen Hotels Pol Haveli steht mit einem Jeep am Rande des Bahnhofs und hält ein Schild mit dem Namen des Hotels hoch. Das Hotel ist liebenswert. Ein schönes Rooftop Restaurant mit Blick auf die Festungsanlage, auch die Zimmer sind nett. An einem Upgrade auf AC kommen wir aber bei den zu erwartenden Temperaturen nicht umher. Wir frühstücken und machen uns dann auf, die Stadt zu erkunden.
Nachmittags gegen drei werden wir mit dem offenen Jeep abgeholt. An der Tankstelle sammeln wir Theo, unseren malaiischen Mitstreiter, ein und sind damit vollzählig für die Wüstensafari in die Thar. Wir fahren zunächst mit dem Jeep zu den verlassenen Dörfern von Kuldhara. Hier wohnten ab dem 13. Jahrhundert Paliwal-Brahmanen, die als Bauern den Wüstenboden urbar machten. Nach einem Erdbeben wurde das einst florierende Dorf verlassen. Heute finden sich hier Ruinen unter sengender Sonne. Wir halten noch an einem kleinen Dorf und schauen die einfachen Lehmhäuser der Locals an.
Schaut man aus der goldenen Stadt Jaisalmer in die Wüste, sieht man dort seit einigen Jahren Windkraftanlagen, so weit das Auge reicht. Auch wenn man mit dem Jeep in die Thar hinausfährt, um eine der berühmten Kamelsafaris zu machen, quert man einen Wald von Windrädern. Hunderte, wenn nicht Tausende von modernen Windenergieanlagen wurden hier vor einigen Jahren installiert. Bei dem ständigen Wind, der durch die Wüste fegt, eine gute und sinnvolle Idee.
Als wir in Jodhpur aus dem Zug steigen, wartet schon der Tuk Tuk-Fahrer auf uns. Die Stadt wirkt erstaunlich sauber und vergleichsweise leise. Nach dem Mittagsschlaf, um die Hitze des Tages zu überbrücken, laufen wir in die Stadt. Rund um den Uhrenturm gibt es einen städtischen Markt. Gleich am Anfang ein Juice- und Lassishop, der damit wirbt, im Lonely Planet und anderen Guidebooks genannt zu sein. Leider ist die Mangosaison vorüber. Also wird es ein Ananassaft ohne Eis und ohne extra Zucker.
James Bond in Oktopussy ist sehr wahrscheinlich kein Fahrrad gefahren. Wir haben auch nicht im Taj Palast Hotel gewohnt. Unsere Behausung war nur minimal einfacher, bot aber immerhin einen Blick auf die legendäre Residenz mitten im Pichhola Lake. Udaipur ganz im Süden des indischen Bundesstaats Rajasthan ist eine der beliebtesten, touristischen Ziele in ganz Indien. Und das nicht nur für ausländische Touristen. Auch den hitzegeplagten Inder aus den großen Metropolen zieht es gerne in die auf etwa 500 Höhenmetern gelegene Stadt.