Alexander von Humboldt
Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
Im Sommer 2018 ist es dann so weit: unser Sabbatjahr beginnt. Hatte ich zunächst noch Zweifel, ob ich mir als Freiberufler die Auszeit leisten kann, sitze ich nun mit dem Laptop in der Tasche am Flughafen in Dortmund. Die Kinder haben uns zum Terminal begleitet und heute am 1. Juli kann es losgehen. Unser Flug nach Kuitaissi hat fast 4 Stunden Verspätung. Aber wir sind ja nicht in Eile.
Samarkand. Schon der Name klingt wie ein Versprechen. Ein Versprechen über 1001 Nacht und orientalischen Glanz. Und die Stadt löst dieses Versprechen ein. Ganz ohne Wenn und Aber. Die Monumentalbauten, Moscheen und Mausoleen sind an Schönheit kaum zu überbieten.
Die Metro in Taschkent stammt aus dem Jahre 1977 und wurde in der Sowjetunion als erste U-Bahn Zentralasiens auch zu Zwecken des Zivilschutzes eröffnet. Die Metro besitzt drei Linien, die an drei Kreuzungsbahnhöfen miteinander verzahnt sind. Genauso wie in Dortmund. :-)
Um der Hitze der Hauptstadt zu entkommen, planen wir einen Badeausflug. Schon am gestrigen Sonntag hatten wir vor Schwimmen zu gehen, aber die lange Schlange vor dem AquaPark hat uns letztlich davon abgehalten. Nun soll es zum Chorvoq-See, einem Stausee in den Westausläufern des Tianshangebirges, etwa 80 km nordöstlich von Taschkent gehen.
Usbekistan ist bislang ein außergewöhnliches Reiseland abseits des Mainstreams. Nach der jahrelangen Herrschaft vom immer noch allgegenwärtigen Islom Karimov scheint sich das Land nun unter dem neuen Präsidenten zu öffnen. Seit Mitte Juli 2018 kann man, nachdem schon im vergangenen Jahr die Praxis der zwingend nötigen Einladungen weggefallen sind, endlich auch für Usbekistan online ein E-Visa beantragen. Das macht es einfach, kurzfristig eine Reise nach Usbekistan anzutreten.
Von Taschkent reisen wir mit der Bahn durch das Fergana Tal nach Adijan. Gegen 14 Uhr kommen wir in der Geburtsstadt des ersten Mogulherrschers an. Nach einem Tee nehmen wir bis zur Grenze ein Taxi. Ohne Probleme können wir aus Usbekistan aus und in Kirgisistan einreisen. Der Grenzübertritt dauert keine halbe Stunde.
Der Bus nach Sary Chelek startet um halb acht in der Früh am neuen Busbahnhof etwas außerhalb von Osch. Zum Glück sind wir frühzeitig da und bekommen so zwei Sitzplätze in dem Marschrutka, das uns zum Biosphärenreservat mit dem größten Walnusswald der Erde befördern wird. Am Busbahnhof verbrennt eine Schamanin Nadelgehölze und segnet unseren Bus. Willkommen in Kirgistan.
Aus dem Ferghanatal nach Bischkek führen zwei Wege. Einfach und schnell geht es mit dem Flugzeug von Osch nach Bischkek. Mit Pegasus Airline gibt es schon Flüge für weniger als 50 Euro und in knapp einer Stunde ist man in der kirgisischen Hauptstadt. Wir entscheiden uns für die Fahrt mit dem Shared Taxi. Von Taschkomyr am Abzweig des Highways nach Sary Chelek finden wir einen Fahrer. In dem geräumigen Madza finden 6 Passagiere Platz. Im Gegensatz zu den überfüllten Bussen eine sehr komfortable Art zu Reisen. Für die sechsstündige Fahrt verlangt der Fahrer von jedem Mitreisenden 700 Sum - etwa 10 US-Dollar. Unsere Mitfahrer sind eine Familie mit vier kleinen Kindern, die in Reihe 2 ihren Platz finden, und ein weiterer Herr auf dem Beifahrersitz. Uns bleibt die gesamte hintere Sitzbank.