Rudyard Kipling
The first condition of understanding a foreign country is to smell it

The first condition of understanding a foreign country is to smell it
Im Sommer 2018 ist es dann so weit: unser Sabbatjahr beginnt. Hatte ich zunächst noch Zweifel, ob ich mir als Freiberufler die Auszeit leisten kann, sitze ich nun mit dem Laptop in der Tasche am Flughafen in Dortmund. Die Kinder haben uns zum Terminal begleitet und heute am 1. Juli kann es losgehen. Unser Flug nach Kuitaissi hat fast 4 Stunden Verspätung. Aber wir sind ja nicht in Eile.
Um acht Uhr am Morgen werden wir mit einem kleinen Boot mit Auslegermotor abgeholt. Nach einem Stop im Dorf fahren wir durch in Richtung Lago de Tarapoto. Der See ist ein Altarm des #Amazonas, das bevorzugte Habitat der Amazonas Süsswasser-Delfine.
Die kolumbianische Hauptstadt Bogota hat eine lebendige Streetart- und Graffiti-Community. Es gibt verschiedene Künstler-Kollektive, die regelmäßig internationale Größen der Szene einladen, um die Stadt zu verschönern. Graffiti und Streetart in Kolumbien ist aber nicht nur Kunst. Streetart in Bogota hat häufig einen politischen Kontext und versteht sich als Mittel der politischen Meinungsäußerung.
Acht Millionen Menschen leben in Bogota. Es gibt 300 Kilometer Radwege und es werden weitere gebaut. Rekord in Südamerika. Jeden Sonntag werden 200 Kilometer der Straßen der Stadt für den Autoverkehr gesperrt. Dann gehören die Straßen Fußgängern und Radfahrern. In der Stadtregierung wird gerade ein Gesetz diskutiert, das Graffiti und Streetart straffrei werden läßt. Es passiert etwas in der Metropole Kolumbiens.
Kolumbien ist viertgrößter Kaffeeproduzent der Welt, nach Brasilien, Vietnam und Indonesien. Die Kaffeezone ist eine Kulturlandschaft, in der seit mehr als 100 Jahren Kaffee angebaut wird. Kolumbianischer Hochlandkaffee, Arabica aus der Zentralkordillere der kolumbianischen Anden, gilt als eine der besten Kaffees der Welt. Im Jahr 2011 wurde die Kaffeeanbauregion Kolumbiens zum UNESCO-Welterbe erhoben.
Die Quindio-Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens. Die größte Palmenart der Welt wird bis zu 60 Meter hoch und wächst an den Ost- und Westhängen der Zentralanden in einer Höhe zwischen 2000 und 3000 Metern in Bergregenwäldern. Alexander von Humbold beschrieb bei seinen Reisen durch Südamerika diese Palmenart im Jahre 1801 erstmalig. Unweit von Salento liegt das Cocora Tal mit einem Wald dieser stattlichen Palmen,
Filandia liegt gut 20 Kilometer nordwestlich von Salento im Herzen der Kaffeezone. Mit dem Jeep sind es vom Plaza Bolivar gut 40 Minuten. Das kleine Städtchen hat gut 7000 Einwohner und besticht durch herrlich bunte Fassaden. Die kleine Häuser rund um der zentralen Plaza Bolivar und in den Stichstraßen sind liebvoll angemalt. Früher war Filandia ein Zentrum des Kaffeeanbaus. Heute leben die Menschen vorallem vom Tourismus. An den Wochenenden strömen die Kolumbianer in das pittureske Städchen und lassen es sich gut gehen.
Mit der Metro sind es fünf Stationen von unserem Hostel nach San Javier. Vor der Metrostation wartet Laura mit einem Schirm. Laura ist in der Comuna 13 geboren und führt jetzt Touristen durch ihr Barrio. Laura spricht hervorragend Englisch und ist mit Leib und Seele dabei, die Geschichte ihres Viertels zu erzählen und mit Vorurteilen aufzuräumen.