Als wir im Shelter erwachen, ist der Himmel plötzlich bewölkt. Ein Wetterwechsel kündigt sich an. Die französischen Pfadfinder bauen ihre Zelte zusammen und verstauen ihr Gepäck in den Schutzhütten. Nach einem Kaffee packen auch wir unser kleines Gepäck in die Taschen und radeln durch den herrlichen Park in Richtung Zentrum von Kopenhagen.
Das Wasser ist extrem flach und entsprechend warm. Auf dem Badesteg laufe ich am frühen Morgen einige hundert Meter ins Meer. Ein Kreuzfahrtschiff passiert den Sund auf dem Weg nach Kopenhagen. Das ist heute auch unser Ziel. Aber jetzt erst einmal den Blick auf die Insel Ven und das kühle Nass genießen.
Am Abend beim Lagerfeuer machen wir uns Gedanken, wie wir die Radreise zu Ende führen sollen. Wir könnten jetzt noch gut 40 Kilometer dem dänischen Ostseeradweg N8 folgend zurück nach Flensburg radeln. Dem Ort, an dem wir vor gut 14 Tagen unsere Radreise über die dänischen Inseln begonnen haben. Der Alternative ist der Brückenschlag an die Nordsee. Meine Schwester zeltet gerade auf ihrer Lieblingsinsel Amrum. Da wir noch ein paar Tage Urlaub haben, entscheiden wir uns für die Nordsee.
Wir sind jetzt auf Jütland. Und wir radeln die östliche Ostseeküste der Halbinsel hinab. Jytland gehört zum europäischen Festland. Der Rest Dänemarks, durch den wir in den vergangenen Tagen radeln, besteht aus Inseln. Nachdem wir die Räder wieder gesattelt haben, frühstücken wir auf einer schönen Bank südlich des Campingplatzes. Eine kleine Schleuse verbindet die offene See mit dem Naturschutzgebiet und dem Vogelreservat Hejlsminde Nor.
Bevor wir am Morgen losradeln, laufen wir noch einmal zum Kleinen Belt. Hier gibt es unterhalb der Lillebæltsbro einen Badesteg und Picknicktische. Das Wasser ist angenehm, aber die Strömung hier im Kleinen Belt ist herausfordernd. Besser, man bleibt in unmittelbarer Nähe des Stegs.
Am Morgen laufen wir noch mal an den Strand und beginnen den Tag mit einem Bad in der Ostsee. Dann gibt es am Zelt frischen Kaffee und ein kleines Frühstück.
In Syltemae auf dem Campingplatz hätte ich gerne noch ein paar Tage verbracht. Ein wirklich schönes Fleckchen Urlaubsparadies. Der kleine Permakulturgarten hat was. Aber am Morgen gibt es bei strahlendem Sonnenschein dann doch wieder das Ritual: Isomatten einrollen, Schlafsäcke einrollen, Zelt falten. Aufsatteln.
Von Langeland führt ein Damm über die kleine Insel Siø zur etwas größeren Insel Tåsinge. Der Radweg N8 verläuft hier auf der Bundesstraße 9. Wiederum viel Verkehr und keine adäquate Fahrradinfrastruktur. Aber auf den vielen Dämmen und Brücken zwischen den Inseln sind separate Radwege im Nachhinein auch nur schwer zu realisieren. Tåsinge zeigt uns noch einmal, wie hügelig dieses Dänemark ist. Beim Abzug der Gletscher nach der letzten Eiszeit entstand eine Moränenlandschaft. Und diese Hügel müssen heute mit dem Rad bezwungen werden.
Mit den Falträdern über einen kleinen Holzsteg und dann sind wir in der Freistadt. Durch den Hintereingang sozusagen. Es ist grün und auf dem Wasser zwischen den ehemaligen Befestigungsanlagen schwimmen Enten und skurrile kleine Bootsmodelle. Wir folgen dem Pfad und stehen plötzlich vor einer Stupa, geschmückt mit tibetischen Gebetsfahnen. Es gibt keine Autos in Christiania. Keine Autos, keine Parkplätze. Platz für Menschen.
Von Maribo fahren am Morgen auf kleinen Wirtschaftswegen nach Rødby und dann weiter nach Rødbyhavn. Der Fährhafen von Rødby ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Fährverbindung zwischen Dänemark und Deutschland. Hier legen die Fähren der Vogelfluglinie an, die Rødby mit Puttgarden auf Fehmarn verbinden. Hier wird in Zukunft der Fehmarnbelt-Tunnel auf dänischer Seite das Tageslicht erblicken. Die Fertigstellung des gut 18 Kilometer langen Tunnels, der sowohl eine Autobahn als auch eine Bahnlinie umfasst, ist für 2029 anvisiert.
Die Insel Falster ist etwas mehr als 500 Quadratkilometer groß und hat nur 42.000 permanente Einwohner. In den Sommermonaten vervielfacht sich die Einwohnerzahl. Die Dänen zieht es in ihre gemütlichen Sommerhäuser an der Ostsee. Und davon gibt es reichlich in Falster.
Wir sind früh auf den Beinen und durch den Klippenwald radeln wir zum GeoCenter Møns Klint. Das erreichen wir vor den meisten Touristen. Das Center selbst hat noch gar nicht geöffnet, aber unmittelbar hinter dem Geocenter gibt es einen wunderschönen Abstieg hinunter zum Stand. 120 Meter hinab und 120 Meter teilweise auf Stufen wieder hinauf. Frühsport sozusagen. Als wir oben angekommen, beginnt hier das touristische Treiben und wir sind froh schon so früh hier gewesen zu sein.
Herrlicher Sonnenschein begrüßt uns, als wir am frühen Morgen die Nase aus dem Zelt halten. Es riecht nach Heu und Sommer. Es folgt das immer gleiche Ritual beim Campingurlaub mit dem Rad. Luft aus den Isomatten lassen, zusammenrollen und in die engen Packsäcke quetschen. Dann wandern die Schlafsäcke in die Packsäcke. Zu guter Letzt wird das Zelt ausgefegt und abgebaut. Dann wird alles am Rad verstaut.
Nach einer nassen Nacht im Zelt klart es zum Morgen auf und es hört auf zu regnen. Im dänischen Feriendorf Karrebæksminde gibt es einen Bäcker. Nach einem kleinen Frühstück ist das Zelt weitgehend abgetrocknet und wir können packen. Wir verlassen den Zeltplatz und radeln noch einmal über die Brücke des Karrebæksminde-Kanals.
Als wir am Morgen aus dem Zelt kriechen, werden wir von herrlichem Sonnenschein begrüßt. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und rollen los. Das Örtchen Tarup lassen wir hinter uns. Von hier aus sind es auf dem ausgeschilderten Ostseeküstenradweg noch etwas 20 km bis nach Nyborg. Mittlerweile haben wir uns an das stete Auf und Ab gewöhnt, doch mit unserem Gepäck sind die kleinen Anstiege durchaus eine Herausforderung.
Als ich am Morgen aufwache, wird schnell klar, dass Dänemark das Halbfinalspiel gegen England verloren hat. Ein unberechtigter Elfmeter hat das Spiel in der Verlängerung zugunsten der Briten entschieden. Vom Zelt zum Badesteg sind es nur wenige Meter. Als ich dort mit Badehose und Handtuch ankomme, bin ich nicht der Einzige, der den Tag mit einem Bad in der jetzt im Sommer recht warmen Ostsee beginnt. Zwei ältere Damen genießen schon ihr Frühschwimmen. Um 8:00 Uhr öffnet der Inselsupermarkt in Søby. Beim Bäcker gibt es frische Brötchen. Der Tag kann beginnen.
Die Anreise zur nördlichsten deutschen Stadt erfolgt wie so oft mit dem Quer-durch-Land-Ticket der DB. Der Bahnhof liegt ein wenig außerhalb des eigentlichen Zentrums und des historischen Hafens an der Flensburger Förde. Flensburg war über viele Jahre ein Teil von Dänemark und auch heute gehören viele Bewohner zur Dänischen Minderheit in Deutschland. In einer im Versailler Vertrag festgeschriebenen Volksabstimmung votierte die Mehrzahl der Bewohner der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg für ein Verbleib in Deutschland. Der nördlichen Teil des Herzogtum Schleswig ging hingegen an Dänemark.
Mitten in der Nacht mit dem Zug zum Flughafen Düsseldorf. Der erste Flug mit den Reiserädern. Am Check-in-Schalter der Air Berlin geht wider Erwarten alles ganz einfach. Die Räder müssen nicht verpackt werden. Kein Umlegen der Lenker, kein Abschrauben der Pedalen, auch die Luft kann im Reifen bleiben. Der freundliche Check-in-Mensch erläutert uns, dass es so für die Packer am einfachsten sei. Die Räder bekommen eine Gepäckbanderole.
Nach einer kurzen Nacht im Zelt ein früher Kaffee. Strahlender Sonnenschein an der Algarve. Nach Armação de Pêra führt der Ecovia do Litoral hier auch meist über nicht asphaltierte Wirtschaftswege. Parallel zur Küstenstraße führt der Radweg nun zunächst in das Inland bis zur Kreisstadt Lagoa. Der Radweg - hier auch Eurovelo 1 – umgeht den Stadtkern im Norden. Mit einer schönen Abfahrt geht es zurück zur Küste und beim Fischerdorf Ferragudo erreichen wir das Meer.
Vom Campingplatz rollen wir am nächsten Morgen hinunter nach Praia da Luz. Ein wunderschöner Strand und ein großartiger Platz für ein Frühstück am Meer. Im Supermercado decken wir uns ein und setzen uns an die Kirche zu einem ausgiebigen Mahl. Die Etappe nach Sagres ist eigentlich zu kurz bemessen. Allerdings merken wir schon an der Ortsausfahrt, dass das Landschaftsprofil deutlich bergiger geworden ist.
Am Morgen wenden wir uns dem Capo Vincente zu. Kurz nach dem letzten Strand Europas fahren wir in Richtung Norden. Eine karge Landschaft mit Kuhweiden und stetem, starkem Gegenwind. Die Straße führt wie ein Strich ins Nichts und es geht nur sehr langsam voran. Nach etwa 5 Kilometern ändert die Straße ihre Richtung, raus aus dem Wind, und es geht wieder voran. Wäre da nicht eine Herde Kühe, die von zwei Damen über die Straße getrieben wird.
Beim Aufwachen ist der Himmel zunächst bedeckt. Der dunstige Hochnebel lichtet sich aber bald. Bei unserem Frühstückkaffee in dem Städtchen Rogil sitzen wir schon wieder in der Sonne. Der Track führt durch den Naturpark Parque Natural Do Sudoeste Alentejano E Costa Vicentina. Eine jetzt im Juni wunderschöne Landschaft mit sanften Hügeln, grün und voller Blüten, unterbrochen durch Korkeichenwälder. In Odeceixe führt unser Weg direkt auf die historische Windmühle Moinho de Odeceixe zu.
Wir lassen uns Zeit und frühstücken am Mercado in Vila Nova de Milfontes. Geplant ist eine kurze Etappe auf den Campingplatz nach Sines. Auf einer sandigen Straße verlassen wir das Städtchen an der Mündung des Rio Mira. Nach einer Weile erreichen wir die Küstenstraße, auf der es dann wieder flotter vorangeht. Die Straße bildet die Grenze des Naturpark Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina, doch die Landschaft hier ist deutlich von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt.
Wir packen zeitig Schlafsäcke, Thermarest-Matten und das Zelt in die Packtaschen und setzen uns nach einem ersten Kaffee trotz leicht schmerzenden Hinterteilen auf die Räder. Vom Campingplatz geht es zunächst wieder in das Inland zur hier recht wenig befahrenen Hauptstraße. Nach einigen Kilometern am Abzweig zur Lagoa de Melides kehren wir an einem netten Straßenrestaurant ein und frühstücken ausgiebig. Die Straße ist frisch asphaltiert und es weht nur wenig Wind. Wir kommen gut voran.
Auf dem Campingplatz in Setubal gibt es erst gegen 10 Uhr Kaffee. Wir verlassen schon deutlich früher diesen nicht ganz so gastlichen Ort und entscheiden uns für das Fahren auf der Küstenstraße. Wir lassen das riesige Betonwerk von Outao hinter uns und erreichen bald den wunderschönen Strand Praia Da Figueirinha. Das Wetter ist uns leider nicht wirklich wohlgesonnen - definitiv kein Strandtag. Es ist bewölkt und recht frisch. Im noblen Beachcafé frühstücken wir, bevor wir wieder auf die Räder steigen. Es gibt Kaffee und Pastel de Nata.
Auf dem Orbitur Campingplatz an der Costa Caparica haben wir drei Nächte verbracht und die "Ruhetage" zu Ausflügen nach Lissabon und zum Cristo Rei in Almada genutzt. Von hier sind es mit dem Fahrrad etwa drei Kilometer bis zum Fähranleger Trafaria. Die dortige Fähre fährt mit einem Zwischenstopp in Porto Brandao über den Rio Tejo direkt nach Belem. Trafaria ist im Übrigen noch eine Empfehlung für die großartigen Fischrestaurants unweit des Fähranlegers.
In Äthiopien steht die Wiege der modernen Menschen. Von hier aus hat Homo Sapiens die Welt erobert. In Äthiopien leben mehr als 120 verschiedene Ethnien. In der Vielvölkerstaat südlicher der Sahara leben heute über 100 Millionen Menschen sprechen über 80 Sprachen. Das Ursprungsland des Kaffees gilt als das einzige Land in Afrika das keine koloniale Vergangenheit aufweist- Nur während des 2. Weltkrieg gab es eine kurze italienische Okkupation. Heute engagiert sich China sehr stark in Äthiopien.
Äthiopien liegt in Ostafrika. Ein Großteil des Landes wird vom Hochland von Abessinien geprägt mit Bergen von bis zu 4500 Metern. Durch das Land zieht sich in Nord-Süd-Richtung der große afrikanische Grabenbruch. Das Klima des Landes ist eng mit der Topgraphie verwoben. Es gibt drei Klimazonen: die tropisch-heiße Zone bis 1800 Meter und eine kühle Zone über 2500 Meter. Dazwischen herrscht ein warm-gemäßigtes Klima.
Schon seit dem 4. Jahrhundert leben Christen in Äthiopien. Das Land zählt mit Armenien und Georgien zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Erde. Auch der Islam hat in Äthiopien eine mehr als tausend Jahre alte Geschichte. Seine kulturelle und historische Bedeutung ist damit der des Christentums vergleichbar. Die äthiopischen Juden sind bereits im 10. Jahrhundert vor Christus aus Israel eingewandert.
Auch die Hamar leben im unteren Omo-Tal, einer weiten Steppenlandschaft, in der seit Jahrtausenden eine Vielzahl von Völkern und Stämmen von einfachstem Ackerbau und Viehzucht, leben. Auf dem Weg in die kleine Stadt Dimaka fahren wir durch einen Heuschreckenschwarm. In den Medien wird schon seit Wochen über Ausbreiten der Plage in Ostafrika berichtet. Jetzt stecken wir mittendrin und fahren hindurch.
Bei den Dassanetch war es nur eine Vermutung. Bei den Mursi scheint es Fakt. Unser Fahrer möchte uns eigentlich gar nicht in die Dörfer der Mursi im Mago-Nationalpark fahren. Er mag das Volk der Mursi nicht. Spätestens gegen Mittag sind in Dörfern viele Indigene stark betrunken und dann verhalten sich die Menschen aggressiv gegenüber den Besuchern. Wir sind sehr früh unterwegs und eine der ersten Besuchergruppen des Tages. Noch ist alles friedlich.
Wir übernachten in der relativ neuen Kizo-Lodge in Turmi. Das Dorf ist ein kleiner Marktflecken, in dem montags die Hamar der Umgebung zusammenkommen, um Waren zu handeln. Als wir das Dorf in der südlichen Omo-Region erreichen, ist es bereits dunkel. Die Zimmer und Betten sind groß und geräumig. Moskitonetze schützen vor den zahlreichen Plagegeistern. Am Morgen steigen wir nach dem Frühstück wieder in den Landrover. Unser Ziel ist das 80 Kilometer südlich gelegene Omorate, größte Ortschaft im Gebiet der Dassanetch.
Die Konso sind ein indigenes Volk im südlichen Äthiopien etwa 90 Kilometer südlich von Arba Minch und dem Chamosees in der bergigen und fruchtbaren Region. In 30 Orten leben heute 350.000 Menschen von Ackerbau, Viehzucht und einfachen Handwerken. Die Kulturlandschaft der Konso, insbesondere die Terrassenlandschaft rund um die Dörfer, wurde 2011 von der UNESCO zum Welterbe der Menschheit erhoben.
In der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker im Süden Äthiopiens leben über 60 verschiedene Stämme, die sich durch ihren Lebensraum, ihre Rituale und ihre Sprache unterscheiden. Auf einem Bergkamm im Rift Valley nordwestlich von Arba Minch leben die Dorze. In ihrer eigenen Sprache bedeutet das »Die Weber«. Für diese Handwerkskunst ist der Stamm mit seinen etwa 40.000 Menschen in ganz Äthiopien berühmt. Der Besuch der Dorsi kann als geführte Tour von Arba Minch gebucht werden oder man steigt einfach im Busbahnhof in einen der vielen Minibusse nach Chencha.
Am Awasasee, gut 200 Kilometer südlich von Addis Abeba, liegt die letzte Station unserer Reise durch Äthiopien. Wir fahren mit einem Privatwagen. Reichlich defekt und meist mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit. Ich bin froh, als kurz vor Einbruch der Dunkelheit das Progresso Hotel in Hawassa erreichen. Das ehemalige Regierungshotel stammt aus den frühen 70er Jahren. Um einen etwas in die Jahre gekommenen Pool sind kleine Apartments gruppiert.
Der Flughafen in Arba Minch ist ein schmales Asphaltband im Dschungel unweit des Abaya-Sees. Einmal täglich wird das Städtchen in der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker von Addis Abeba durch Ethiopian Airlines bedient. Nach 60 Minuten Flug in einer Propellermaschine landen wir im Rift-Valley, dem Großen afrikanischen Grabenbruch. Arba Minch ist eine junge Stadt und gilt als Ausgangsort für Touren in den Süden Äthiopiens.
In der Region der südlichen Nationen, Nationalitäten und Völker speziell im unteren Tal des Flusses Omo leben seit Jahrmillionen Menschen. Unweit des Turkanasees, in den der Omo mündet, gibt es herausragende archäologische Stätten, in denen die Fossilien der allerersten Menschen entdeckt wurden. Der Australopithecus durchstreifte schon vor mehr 3 Millionen Jahren aufrechten Ganges die Steppen und Wälder im damaligen Omo Valley.
Schon auf der Fahrt von Mekele nach Lalibela zwickt der Magen. Ich liege hinten auf der Pritsche des Geländewagens und sehne die Ankunft herbei. Der Weg zieht sich. Fahrzeugwechsel und Mittagspause in Waja. Es ist schon Dunkel als wir das Alif Paradise Hotel erreichen. Lalibela, Neu-Jerusalem, ist eine heilige Stadt der äthiopisch-orthodoxen Kirche. In die rote Basaltlava rund um den Ort wurden im 13. Jahrhundert mehrstöckige Kirchen getrieben.
Der Abenteurer Rüdiger Nehberg schrieb Ende der 70er Jahre das Buch „Danakil. Zu Fuß durchs Höllenloch der Schöpfung“. Dieses Buch ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass mein Reisegefährte Volker nun mit mir in diese unwirtliche Landschaft reist. Ganz so abenteuerlich wie im letzten Jahrhundert ist es allerdings heute nicht mehr. Täglich starten kleine Expeditionen, um auf drei- bis viertägigen Touren diese Wüstenregion zu entdecken.
Zwischen Aksum und der Provinzhauptstadt Mekele liegt das Bergland von Geralta. Die unwirtliche Gegend ist nur mit dem Mietwagen zu erreichen. Wir werden am Morgen in Aksum mit dem 4-Wheeler abgeholt. Die erste Station der Tour ist die Felskirche Abuna Yemata. Wir befinden uns am Fuße eines imposanten Tafelberges und unser Fahrer zeigt in die Höhe. Gut 500 Höhenmeter über uns in den Felsen soll sich die Kirche befinden.
Nach einer Nacht in Debark werden wir am Morgen von einem Toyota Landrover abgeholt. Kurz nach Debark geht es in steilen Kehren auf einer unbefestigten Straße 1500 Meter hinab. Die Straße wurde während der Besatzungszeit von den Italienern errichtet und es sieht so aus, als hätte seitdem hier niemand mehr Hand angelegt. Die Straße ist in einem gruseligen Zustand und es ist klar, warum wir in einem 4-Wheeler sitzen.
Unsere Reisegesellschaft in den Simien-Nationalpark besteht aus acht Personen. Wir sind sechs deutsche und zwei taiwanesische Staatsbürger. Gegen 9 Uhr hält ein Minibus vor dem Sycamore Hotel in Gonder und während der gut einstündigen Busfahrt nach Debark machen wir uns bekannt. Hier in Debark am Fuße der Simien Mountains müssen wir uns im Office des Nationalparks registrieren. Zwei bewaffnete Guides und ein Koch komplettieren unsere Wandergruppe.
Nachdem die äthiopischen Kaiser ursprünglich nomadisch über das Land geherrscht hatten, baute Kaiser Fasilides in Gonder eine Festung und machte die Stadt zur dauerhaften Hauptstadt des Landes. Die Festungsstadt Fasil Ghebbi liegt auf einem Bergrücken inmitten der Stadt und wurde von der UNESCO als Welterbe der Menschheit anerkannt. Die heutige Stadt Gonder hat etwa 300.000 Einwohner und gruppiert sich um das Festungsbauwerk.
Der Tana-See ist größte See im abessinischen Hochland. Der höchstgelegene See Afrikas liegt fast 1800 Meter über dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von über 3000 km². Der Tana-See gilt als die Quelle des Blauen Nil. Dieser See wird durch Zuflüsse aus dem umliegenden Bergland sowie durch starke Regenfälle in den Regenzeiten gespeist. Die Menschen im Einzugsgebiet des Sees leben von einfacher Landwirtschaft und Fischfang. Auf den über 30 Inseln im See befinden viele Kirchen und Klöstern der äthiopisch-orthodoxen Kirche.
Die Busfahrt vom Meskel Square, wo wir am Morgen früh um fünf starten, nach Bahir Dar dauert gut 10 Stunden. Bahir Dar liegt am Tana See gut 400 Kilometer nördlich von Addis Abeba. Auf der Reise in die Stadt wird unser Bus noch mehrmals von Timkat feiernden Dorfbewohnern gestoppt. Die Menschen umringen tanzend den Bus und verlangen Wegzoll. Bei der Einfahrt in die Stadt staunen wir über das monumentale neue Stadion. Die riesige Betonschüssel liegt auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt. Es dauert ein Weilchen, bis wir von unserer Unterkunft am Busbahnhof abgeholt werden.
Nach der Landung in Addis, wie die Stadt von ihren Bewohnern kurz genannt wird, werden wir vom Hostel am Flughafen abgeholt. Der Wartebereich am Flughafen ist überschaubar. Hier kennt jeder jeden. Bei insgesamt nur etwa 30.000 Touristen, die im Jahr Äthiopien bereisen und in der Regel über den internationalen Flughafen Bole einreisen, kein Wunder. Es ist spätabends. Die sehr breiten Straßen sind weitgehend leer und unbeleuchtet. Ungewöhnlich für eine Stadt mit heute mehr als 5 Millionen Einwohnern.
Timkat ist eines der wichtigsten religiösen Feste des orthodox-christlichen Äthiopiens. Gefeiert werden rund um den 19. Januar die Taufe Jesu und die Erscheinung des Herrn. Das Land hält drei Tage inne und rund um die vielen Kirchen werden die Wege der Prozessionen mit bunten Wimpeln und Bannern in den Landesfarben Rot-Grün-Gelb geschmückt. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche gilt mit der armenischen und georgischen Kirche als Wiege des Christentums.
Tschechien. Mit einer langen Grenze zu Bayern und Sachsen. Ein Land im Herzen Europas mit vielen Burgen und Schlössern, deftigen Speisen, einheimischen Biersorten und einer langen Geschichte.
Der 1220 km lange Elberadweg beginnt in Špindlerův Mlýn (Spindlermühle) im Riesengebirge im Norden Tschechiens und endet in Cuxhaven an der Elbemündung in die Nordsee. Der Elberadweg ist streckenweise zum Elberad- und Wanderweg ausgebaut. Er wird sowohl von Radfahrern als auch von Fußgängern genutzt. Im Jahr 2011 wurde er bereits zum 7. Mal in Folge von Mitgliedern des ADFC zum beliebtesten Fernradweg Deutschlands gewählt.
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