Wir sind wieder Rad gefahren. Auf vermutlich einem der beliebtesten Radwege in Europa: Der Donauradweg zwischen Passau und Wien bietet auf gut 350 Kilometern autofreie Asphaltbänder entlang des zweitlängsten Flusses Europas. Und während die Jugend mit dem Gravelbike unterwegs ist und sich alle anderen vom E-Motor unterstützen lassen, sitzen wir auf kompakten kleinen Falträdern.
Es sind nur 36 Kilometer zwischen Melk und Krems. Die Wachau. Historische Kulturlandschaft an der Donau. Im Dezember des Jahres 2000 setzte die UNESCO die Wachau auf ihre Liste des Weltkulturerbes als außergewöhnliches Beispiel einer mitteleuropäischen Kulturlandschaft aus dem Mittelalter, in der die traditionellen Lebens- und Wirtschaftsformen bis in die Gegenwart nahezu unverändert fortbestehen.
Ok. Der Vergleich hinkt. Aber wenn man sich von Süden an der Donau der Stadt nähert, sind Parallelen schon vorhanden. Hochöfen, Schlackenhalden, die Wolkenmacher der Kokereien, Gasometer. An der Donau wird Kohle und Eisenerz angelandet. Nicht viel anderes als würde man von Orsoy kommend nach Ruhrort radeln. Und bei vorherrschendem Südostwind sieht man deutlich einen Dunstschleier über der Stadt.
Wien. Die Hauptstadt unseres südlichen Nachbarn. Wieso hat es eigentlich sechzig Jahre gedauert, bis ich diese charmante Metropole an der Donau kennenlernen durfte? Wir erreichen die Stadt auf dem Radweg auf der Donauinsel. Das Erste, was wir von dieser bemerkenswerten Stadt sehen, sind nicht die historischen Gebäude am Ring, sondern die moderne Skyline der UNO City. Die Stadt ist neben New York, Genf und Nairobi einer der vier Amtssitze der Vereinten Nationen.
Estland ist das nördlichste der drei baltischen Länder. Das Land ist bekannt für seine fortschrittliche Digitalisierung, dynamische Wirtschaft und reiche Kultur. Mit einer Fläche von etwa 45.000 Quadratkilometern und rund 1,3 Millionen Einwohnern ist Estland eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas. Die Hauptstadt Tallinn vereint mittelalterliches Flair mit moderner Innovationskraft.
Als Dortmunder Junge habe ich natürlich ein Faible für Fernsehtürme. Schon als Kind war ich regelmäßig auf dem Dortmunder Florianturm mit seinem damals einzigartigen Drehrestaurant zu Gast. Tallinn besitzt wie viele Großstädte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auch einen Fernsehturm. Der Blaubeerkuchen im Restaurant des TV Towers von Vilnius ist wirklich eine Empfehlung.
Die Fähre von Helsinki nach Tallinn benötigt je nach Witterungsverhältnisse für die gut 70 Kilometer etwas mehr als 2 Stunden. Es bedienen aktuell drei Reedereien diese bei Finnen und Touristen extrem beliebte Strecke durch den finnischen Meerbusen im Pendelverkehr. Wir erwerben online Tickets bei der Viking Line und starten am Neujahrsmorgen um 10:30 Uhr in Richtung Estland.
Die Republik Finnland ist ein nordisches Land in Nordeuropa. Das Land ist mit nur rund fünfeinhalb Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Finnland ist bekannt für seine unberührte Natur, tausende Seen, ausgedehnte Wälder und die Mitternachtssonne im Sommer sowie die Polarnächte im Winter.
Das Land ist zweisprachig: Finnisch und Schwedisch. Finnlands Wirtschaft ist hoch entwickelt, mit Schwerpunkten auf Technologie, Forstwirtschaft und Design. Finnland gilt als eines der glücklichsten und stabilsten Länder der Welt, mit einem hervorragenden Bildungssystem und einer starken Sozialpolitik.
Der letzte Tag des Jahres präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Nach einem tollen Frühstück in den Töölö Towers fahren wir mit der Straßenbahn in die Stadt. Wir beginnen unseren Spaziergang im Stadtteil Ullanlinna. An der höchsten Stelle des Parks, dem Hügel Tähtitorninmäki befindet sich ein altes Observatorium.
Am kommenden Morgen schneit es noch immer. Von unserer Unterkunft in den Töölö Towers sind es nur wenig Meter zur Meeresbucht Seurasaarenselkä. Hier beginnt ein gut 15 Kilometer langer Uferpfad entlang der Bucht. Bei den Olympischen Spiele 1952 finden hier die Ruderwettbewerbe statt. Ein kleines Stadion mit einer attraktiven Outdoor Sauna zeugt von dieser Geschichte.
Suomenlinna. Das ist der offizielle Name des Weltkulturerbes vor den Toren Helsinkis. Die Geschichte Finnlands ist eng mit Schweden verbunden. Über 600 Jahre war Finnland ein Teil von Schweden. Noch heute sprechen fast 10 % alle Finnen die schwedische Sprache. Schweden beherrschte über viele Jahrhunderte zusammen mit der Handelsmacht Hanse und dem Deutschen Orden über den Ostseeraum.
Es ist Sonntag. Es kalt und wir laufen über den Kansalaistori, den Bürgerplatz, gegenüber dem finnischen Parlament, auf eine offene Tür zu. Die Tür gehört zu einem ganz besonderen Gebäude des finnischen Hauptstadt. In der Eingangshalle ist es warm und an mehreren Tischen sitzen Menschen und spielen Schach.
Trotz des Orkans landen wir mit nur 30 Minuten Verspätung in Helsinki an. Klarer Himmel. Es ist frostig. Auf dem Besucherdeck hat sich eine Eisschicht über die Planken gelegt. Mit einem Shuttlebus der Finnlines-Reederei werden wir durch das Hafengebiet zum Terminal gefahren. Das Terminal der Finnlines ist gut 15 Kilometer östlich der Innenstadt. Mit einem Bus fahren wir weiter zur Metro im Stadtteil Vuosaari.
Vier Tage nach unserer Rückkehr aus Marokko, nach zwei Geburtstagen und Heiligabend im Kreise der Familie, sitzen wir am 2. Weihnachtsfeiertag schon wieder im Zug. Der Tradition entsprechend, mit dem Deutschlandticket über Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck nach Travemünde. Die Deutsche Bahn erweist sich als zuverlässig. Wir erreichen alle Relationen und sitzen gegen 21:00 Uhr in Travemünde beim Italiener.
Bulgarien ist Balkan. Das multiethnische Land hat gut 6,5 Millionen Einwohner. Im Spannungsfeld zwischen Russland und des osmanischen Reichs entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Nachdem 2. Weltkrieg war das Land Teil des Warschauer Pakts bis 1991 die sowjetische Vorherrschaft gebrochen wurde und das Land sich dem Westen zuwandte. Seit 2009 ist Bulgarien Teil der Europäischen Union. Zum 1. Januar wird die wirtschaftliche Integration weiter vorangetrieben und der Euro eingeführt.
Eigentlich wollten wir mit dem Boot von Nessebar nach Sosopol reisen. Aber der Katamaran, der beiden Städte in der Saison verbindet, ist in der vergangenen Woche letztmals in diesem Jahr verkehrt.
Wir erreichen Burgas mit dem Bus bei strahlendem Sonnenschein. Da wir unser Apartment erst am Nachmittag beziehen können, radeln wir durch den Seegarten an den Strand. Wir genießen den herrlichen Tag und können sogar noch einmal ins Wasser hüpfen.
Es regnet leicht, als wir am Busbahnhof von Varna in den Bus zum Sonnenstrand steigen. Der Fahrer sieht sich genötigt, die Heizung anzuwerfen. Der Weg führt über die Ausläufer des Balkangebirges, das hier auf das Schwarze Meer trifft.
Varna. Warna. Die Transliteration aus dem kyrillischen Alphabet ist nicht immer eindeutig. Das Tor zum Schwarzen Meer ist wohl eine der ältesten Städte auf dem europäischen Kontinent. Die Besiedlung des antiken Odessos geht schon auf das 5. Jahrtausend vor Christi zurück. Heute prägen noch immer sozialistische Plattenbauten das Stadtbild.
Der ursprüngliche Plan war es, mit den Fahrrädern die Küste von Varna in Richtung Süden abzuklappern. Da die Göttergattin aber zwei Wochen vor der Reise heftig mit dem Fuß umgeknickt ist, haben wir kurzfristig Abstand genommen.
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