Estland ist das nördlichste der drei baltischen Länder. Das Land ist bekannt für seine fortschrittliche Digitalisierung, dynamische Wirtschaft und reiche Kultur. Mit einer Fläche von etwa 45.000 Quadratkilometern und rund 1,3 Millionen Einwohnern ist Estland eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas. Die Hauptstadt Tallinn vereint mittelalterliches Flair mit moderner Innovationskraft.
Als Dortmunder Junge habe ich natürlich ein Faible für Fernsehtürme. Schon als Kind war ich regelmäßig auf dem Dortmunder Florianturm mit seinem damals einzigartigen Drehrestaurant zu Gast. Tallinn besitzt wie viele Großstädte auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion auch einen Fernsehturm. Der Blaubeerkuchen im Restaurant des TV Towers von Vilnius ist wirklich eine Empfehlung.
Die Fähre von Helsinki nach Tallinn benötigt je nach Witterungsverhältnisse für die gut 70 Kilometer etwas mehr als 2 Stunden. Es bedienen aktuell drei Reedereien diese bei Finnen und Touristen extrem beliebte Strecke durch den finnischen Meerbusen im Pendelverkehr. Wir erwerben online Tickets bei der Viking Line und starten am Neujahrsmorgen um 10:30 Uhr in Richtung Estland.
Die Republik Finnland ist ein nordisches Land in Nordeuropa. Das Land ist mit nur rund fünfeinhalb Millionen Einwohnern dünn besiedelt. Finnland ist bekannt für seine unberührte Natur, tausende Seen, ausgedehnte Wälder und die Mitternachtssonne im Sommer sowie die Polarnächte im Winter.
Das Land ist zweisprachig: Finnisch und Schwedisch. Finnlands Wirtschaft ist hoch entwickelt, mit Schwerpunkten auf Technologie, Forstwirtschaft und Design. Finnland gilt als eines der glücklichsten und stabilsten Länder der Welt, mit einem hervorragenden Bildungssystem und einer starken Sozialpolitik.
Der letzte Tag des Jahres präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Nach einem tollen Frühstück in den Töölö Towers fahren wir mit der Straßenbahn in die Stadt. Wir beginnen unseren Spaziergang im Stadtteil Ullanlinna. An der höchsten Stelle des Parks, dem Hügel Tähtitorninmäki befindet sich ein altes Observatorium.
Am kommenden Morgen schneit es noch immer. Von unserer Unterkunft in den Töölö Towers sind es nur wenig Meter zur Meeresbucht Seurasaarenselkä. Hier beginnt ein gut 15 Kilometer langer Uferpfad entlang der Bucht. Bei den Olympischen Spiele 1952 finden hier die Ruderwettbewerbe statt. Ein kleines Stadion mit einer attraktiven Outdoor Sauna zeugt von dieser Geschichte.
Suomenlinna. Das ist der offizielle Name des Weltkulturerbes vor den Toren Helsinkis. Die Geschichte Finnlands ist eng mit Schweden verbunden. Über 600 Jahre war Finnland ein Teil von Schweden. Noch heute sprechen fast 10 % alle Finnen die schwedische Sprache. Schweden beherrschte über viele Jahrhunderte zusammen mit der Handelsmacht Hanse und dem Deutschen Orden über den Ostseeraum.
Es ist Sonntag. Es kalt und wir laufen über den Kansalaistori, den Bürgerplatz, gegenüber dem finnischen Parlament, auf eine offene Tür zu. Die Tür gehört zu einem ganz besonderen Gebäude des finnischen Hauptstadt. In der Eingangshalle ist es warm und an mehreren Tischen sitzen Menschen und spielen Schach.
Trotz des Orkans landen wir mit nur 30 Minuten Verspätung in Helsinki an. Klarer Himmel. Es ist frostig. Auf dem Besucherdeck hat sich eine Eisschicht über die Planken gelegt. Mit einem Shuttlebus der Finnlines-Reederei werden wir durch das Hafengebiet zum Terminal gefahren. Das Terminal der Finnlines ist gut 15 Kilometer östlich der Innenstadt. Mit einem Bus fahren wir weiter zur Metro im Stadtteil Vuosaari.
Vier Tage nach unserer Rückkehr aus Marokko, nach zwei Geburtstagen und Heiligabend im Kreise der Familie, sitzen wir am 2. Weihnachtsfeiertag schon wieder im Zug. Der Tradition entsprechend, mit dem Deutschlandticket über Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck nach Travemünde. Die Deutsche Bahn erweist sich als zuverlässig. Wir erreichen alle Relationen und sitzen gegen 21:00 Uhr in Travemünde beim Italiener.
Bulgarien ist Balkan. Das multiethnische Land hat gut 6,5 Millionen Einwohner. Im Spannungsfeld zwischen Russland und des osmanischen Reichs entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Nachdem 2. Weltkrieg war das Land Teil des Warschauer Pakts bis 1991 die sowjetische Vorherrschaft gebrochen wurde und das Land sich dem Westen zuwandte. Seit 2009 ist Bulgarien Teil der Europäischen Union. Zum 1. Januar wird die wirtschaftliche Integration weiter vorangetrieben und der Euro eingeführt.
Der ursprüngliche Plan war es, mit den Fahrrädern die Küste von Varna in Richtung Süden abzuklappern. Da die Göttergattin aber zwei Wochen vor der Reise heftig mit dem Fuß umgeknickt ist, haben wir kurzfristig Abstand genommen.
Eigentlich wollten wir mit dem Boot von Nessebar nach Sosopol reisen. Aber der Katamaran, der beiden Städte in der Saison verbindet, ist in der vergangenen Woche letztmals in diesem Jahr verkehrt.
Wir erreichen Burgas mit dem Bus bei strahlendem Sonnenschein. Da wir unser Apartment erst am Nachmittag beziehen können, radeln wir durch den Seegarten an den Strand. Wir genießen den herrlichen Tag und können sogar noch einmal ins Wasser hüpfen.
Es regnet leicht, als wir am Busbahnhof von Varna in den Bus zum Sonnenstrand steigen. Der Fahrer sieht sich genötigt, die Heizung anzuwerfen. Der Weg führt über die Ausläufer des Balkangebirges, das hier auf das Schwarze Meer trifft.
Varna. Warna. Die Transliteration aus dem kyrillischen Alphabet ist nicht immer eindeutig. Das Tor zum Schwarzen Meer ist wohl eine der ältesten Städte auf dem europäischen Kontinent. Die Besiedlung des antiken Odessos geht schon auf das 5. Jahrtausend vor Christi zurück. Heute prägen noch immer sozialistische Plattenbauten das Stadtbild.
Auf einer Insel südlich der malaiischen Halbinsel liegt der kleinste der südostasiatischen Staaten. Der Stadtstaat hat 6 Millionen Einwohner und ist eines der wichtigsten globalen Finanzzentren. Gegründet wurde die Stadt der Löwen als Handelsstadt. Die markante Lage an der Straße von Malakka machen Singapur zu einen der wichtigsten und grössten Häfen.
Die multiethnsche Stadt ist seit 1965 unabhängig.und verfügt über sehr hohes Bildungsniveau. Der Stadtstaat weist hohe Werte bei wichtigen sozialen Indikatoren auf: Bildung, Gesundheitsversorgung, Lebensqualität, persönliche Sicherheit. Die Einwohner kommen in den Genuss einer der höchsten Lebenserwartungen, der schnellsten Internetverbindungsgeschwindigkeiten und einer der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt.
Mit ein paar Bahnen im Infinity. Pool im 12. Stock meines kleinen Luxushotels beginne ich den Tag. Die ganze Nacht habe ich in meinem Kingsize-Bett liegend das Trommeln der Regentropfen hören können. Jetzt scheint es weniger zu werden. Und richtig: Jetzt, als ich mich nach einem Cappuccino auf das Brompton Faltrad setze, stoppt der Regen.
Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong verkündet am Nationalfeiertag 2005 den Umbau Singapurs von einer Gartenstadt zu einer Stadt im Garten. Die Parklandschaft entlang des Meeres, der East Coast Park und der West Coast Park, soll ein zusammenhängendes Erholungsgebiet für die Bewohner der Stadt werden. Das Herzstück dieser Planungen: Marina Bay Sands und dahinter auf einer dem Meer abgerungenen, aufgeschütteten Fläche, die Gardens by the Bay.
Indien, mitten in Singapur. Little India. Die Engländer benötigten Arbeitskräfte auf den Kautschukplantagen Malaysias und importierten Menschen. Und wie das so ist mit Menschen, die bringen ihre Kultur, ihre Religion und ihr Essen mit in die Fremde. Heute sind 8 Prozent der Bevölkerung Singapurs indischer Herkunft. Sie stammen aus Südindien und verrichten in Singapur auch heute noch eher einfache Tätigkeiten.
Ich wohne in einem Hotel, das fußläufig nur 500 Meter von der Orchard Road entfernt liegt. The Orchard. Wohl eine der berühmtesten Einkaufstraßen der Welt. Auf einer Länge von rund zweieinhalb Kilometern reihen sich hier die Flagship-Stores internationaler Luxusmarken, riesige Einkaufszentren und kleinere Malls aneinander. Und oben drüber und drumherum haben große Hotelketten ihre Bettenburgen errichtet.
Am nächsten Morgen hat tatsächlich der Regen einmal nachgelassen. Aber nur kurz. Im Laufe des Tages werde ich das ein oder andere Mal reichlich nass werden. Aber am Morgen ist es trocken, also entscheide ich mich an diesem Sonntagmorgen aufs Faltrad zu steigen und Richtung Garden of the Bay zu pedalieren.
In der Liste der größten botanischen Gärten der Welt liegt der Singapur Botanical Garden mit einer Größe von 74 ha knapp vor dem Rombergpark in Dortmund. Der Rombergpark war schon als Kind meine Spielwiese. Besonders fasziniert haben mich die Tropenhäuser. Hier war es schön warm und es gab exotische Pflanzen zu bestaunen. Die gibt es in Singapur auch. Die Stadt befindet sich nur wenig nördlich des Äquators. Ohne Stadt gäbe es hier einfach Regenwald.
Beim Landeanflug auf Singapur hätte ich schon stutzig werden können. 26 Grad, leichter Regen. Wir sind um 4:00 Uhr am Flughafen in Ho Chi Minh City. Mein Flug nach Singapur ist für 6:50 Uhr angesetzt - es wird fast eine Stunde später. Anke fliegt um 8:50 zurück nach Frankfurt. Ein wenig traurig bin ich schon. Reisen ohne die Gattin ist nur halb so schön.
In meiner Kindheit war dieses Land allgegenwärtig. Nicht eine Nachrichtensendung kam ohne grauenvolle Bilder und Nachrichten aus Indochina daher. Seit 1975 herrscht Frieden. Die Amerikaner wurden aus dem Land gejagt, und dann hörte man lange nicht viel aus dem wiedervereinten Land. Als Sozialismus mit chinesischer Prägung kann man wohl die Staatsform bezeichnen. Zügelloser Kapitalismus mit dem Segen der Partei. Der ehemalige Besitzer eines vietnamesischen Restaurants in Charkiw in der Ukraine hat mit Instantnudeln ein Imperium begründet und ist nun Multimilliardär. Vietnam erlebt seit Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung und löst partiell China als Werkbank der Welt ab. Markentextilien und Smartphones werden auch hier produziert.
Nach Myanmar, Thailand, Laos und Kambodscha jetzt Vietnam. Nach der Corona-Pandemie buhlt das Land um ausländische Touristen und hat für viele Länder eine visafreie Einreise für einen Aufenthalt von bis zu 45 Tagen eingeführt. Vietnam ist wie viele asiatische Länder für Besucher aus Europa sehr preiswert. Und es gibt fantastisches Essen. Mit der Thaiküche wohl das Beste, was dieser Planet kulinarisch zu bieten hat.
Am nächsten Morgen klingelt um fünf Uhr der Wecker des Telefons. Die kranke Frau gibt das OK. Sie will versuchen, die heutige Etappe auf dem Rad zu bewältigen. Alternativ haben wir es in Erwägung gezogen, ein Grab zu buchen. Mit den Klapprädern ist das ja kein Problem. Der Magen grummelt wohl noch, aber es geht ihr besser. Zum Glück.
Eigentlich haben wir nur etwas Hunger. Nach einem erfüllenden Tag in Hanoi haben wir Hunger. Möglichst nicht weit von unserer Unterkunft. Möglichst vegetarisch oder vegan. Quan Chay.
Aus geplanten zwei Tagen wurden vier Tage in der liebgewonnenen Millionenstadt Can Tho. Das Rad ist repariert, und am Geburtstag der Gattin radeln wir kurz vor sieben vom Hinterhof unserer Pension. In den Morgenstunden ist es angenehm kühl. Wir spielen kurz mit dem Gedanken, langärmelige Shirts anzuziehen. Aber das ist dann doch zu viel des Guten. Wir radeln los.
Wir schlafen erholsam in dem klimatisierten Zimmer des Homestays von Vinh Long. Es liegt zwar ein leichter Geruch von tropischem Moder in der Luft, aber gut ausgeruht sitzen wir schon um sieben Uhr an einem Frühstückstisch mit lokalen Spezialitäten. Neben klassischem Spiegelei und vietnamesischem Banh Mi gibt es Fruchtgelee mit Kokosmilch sowie frische Früchte. Dazu der starke vietnamesische Kaffee, der dann die Lebensgeister endgültig weckt.
Wach werde ich vom Trommeln der Regentropfen aufs Wellblechdach unserer Unterkunft. Doch nach dem Aufstehen wird der Regen weniger. Hell wird es gegen 6 Uhr in der Früh. An diese Uhrzeit haben wir uns nach nun einer Woche in Vietnam noch immer nicht gewöhnt. Heute wollen wir endlich die Falträder besteigen und losradeln.
Noch vor Sonnenaufgang setzen wir uns auf die Falträder und pedalieren in Richtung Südwesten. Wir lassen uns mithilfe der Routenplanung von Organic Maps zum Tra Su Cajeput Forest navigieren. Nach einer guten halben Stunde haben wir Chau Doc hinter uns gelassen.
Chau Doc liegt unweit der kambodschanischen Grenze am Hau River, einem Mündungsarm des Mekong. Hier beginnt der Vĩnh Tế Canal, eine Schifffahrtsstraße nach Ha Tien im Golf von Thailand. Hier erreichen wir nach gut zwei Wochen in Kambodscha Vietnam.
Quan Chay. Vegetarisches Essen. Tief in einer hinduistischen und buddhistischen Tradition verwurzelt, gibt es überall in Vietnam Restaurants, die auf tierische Produkte verzichten. Vietnamesen essen nicht immer kein Fleisch, sondern leben, in Einklang mit ihrer religiösen Praxis, an bestimmten Tagen fleischlos.
Noch vor wenigen Jahren wurden nahezu alle Verkehre im Delta auf dem Wasser abgewickelt. Von Saigon aus konnte man Schnellboote besteigen und dann auf angenehme Art und Weise jede Stadt im Delta erreichen. Und über das Delta hinaus nach Kambodscha bis nach Phnom Penh, Siam Reap und Battambang.
Paul Watzlawicks "Erfundene Wirklichkeit" und die Theorie des Konstruktivismus waren in den 80ern beliebt und wurden lebhaft diskutiert. Mit Diskussionen hält man sich hier nicht auf: Wirklichkeit wird konstruiert und in Beton gegossen.
Die größte Insel Vietnams liegt im Golf von Thailand und gehört geologisch schon zu den Kardamonbergen Kambodschas. Als wir nach der Radtour im Delta in Rach Gia auf die Schnellfähre steigen, sehen wir schon nach kurzer Zeit einige Erhebungen im flachen Wasser des Golfs.
Die Ankunft in Can Tho gestaltete sich eher etwas schwierig. Eigentlich alles ganz easy. Mit einer Mekong-Fähre erreichen wir schon gegen Mittag die Stadt. Wir landen unweit unserer liebenswerten Unterkunft an. Da wir deutlich vor der vereinbarten Check-in-Zeit eintrudeln, gehen wir noch ein auf Mittagessen in ein gehobenes Quan Chay Restaurant. Als wir dann bei der Unterkunft sind, passiert es: zwei Schrauben des Carrier-Adapters des Brompton brechen.
Mỹ Tho liegt nur 60 Kilometer südlich von Saigon am nördlichsten Mündungsarm des Mekong. Der Fluss heißt hier wie die Stadt: Mỹ Tho - das schöne Schilf. Mit den Rädern radeln wir durch die vietnamesische Metropole zum westlichen Busbahnhof. Hier starten die Busse ins Mekong-Delta.
Nach 340 Tagen sind wir wieder in Saigon. Unser Flug landet leicht verspätet gegen 7:50 Uhr in der vietnamesischen Metropole. Anders als in der Hauptstadt Hanoi gibt es hier schon vor der Passkontrolle die Möglichkeit, sich mit einer SIM-Karte für das Smartphone (150 GB/30 Tage für 13 €) und mit Bargeld aus den Automaten (2 Mio. Dong maximal) zu versorgen.
Ho Chi Minh City. Bis zur Umbenennung 1976 Saigon. Von Mui Ne bis in die mit Abstand größte Stadt Vietnams sind es gut 200 Kilometer. Dreieinhalb Stunden mit dem Bus. Und es ist wieder einer dieser Liegebusse. Auf Langstrecken oder durch die Nacht mag ich gerne liegen. Tagsüber sitze ich dann aber auch gerne und glotze aus dem Fenster. Es ist Silvester und wir freuen uns auf ein Feuerwerk über der Skyline.
Als wir gegen Mittag Mie Ne erreichen, scheint die Sonne. Das für die ersten zwei Tage gebuchte Hotel Wanderlust liegt direkt an der Hauptstraße. Mui Ne ist ein Straßendorf und erstreckt sich über fast 5 Kilometer entlang einer geschützten Bucht östlich von der Phan Thiet. An der Straße reiht sich Resort an Hotel, Meeresfrüchte-Restaurant an Kite-Schule. Mui Ne ist sehr windreich. Ein Paradies für Kite-Surfer oder die, die es werden wollen.
Der Regen treibt uns in den Süden. Wieder ein Kabinenbus durch die Nacht. Gegen sechs Uhr - es wird gerade hell - sind wir in Nha Trang. Zumindest, als wir aus dem Bus kriechen, ist es trocken. Der Busbahnhof ist wiederum außerhalb der Stadt, aber mit den Bromptons ist das ja kein Ding. Das gebuchte Hotel ist Beachfront etwa 6 Kilometer vom Busbahnhof entfernt. Es ist Heiligabend.
Den ursprünglichen Plan, an der Küste über den Wolkenpass von Hue nach Hoi An zu radeln, ertrinkt im Regen. Wir radeln in Hue los und es schüttet wie aus Eimern. Auch die Investition in zwei wunderbare Regenponchos hilft nicht wirklich, aber tapfer erreichen wir nach gut 50 Kilometern das zuvor gebuchte Hotel an der Küste. Wir sind die einzigen Gäste. Das Hotel hat einen schönen Pool, aber es regnet einfach ohne Unterlass.
Gegen halb sieben erreichen wir die alte Hauptstadt Hue. Die Nacht im Liegebus war einigermaßen erholsam. Der Busbahnhof ist etwas außerhalb im Norden der Stadt. Mit den Fahrrädern sind wir recht schnell an der gebuchten Unterkunft Maison Vu Tri Vien. Obwohl wir sehr früh anreisen, können wir schon ein Zimmer beziehen, uns frisch machen und bekommen sogar ein kleines Frühstück.
Tam Cốc liegt 11 km südlich der Provinzhauptstadt Ninh Binh und ist das touristische Zentrum der Halong Bucht im Landesinneren. Tam Cốc in Nordvietnam, ein Paradies für Naturliebhaber, ist Teil des UNESCO-Welterbes Tràng An. Der in der Nähe des südlichen Randes des Deltas des Roten Flusses gelegene Landschaftskomplex Trang An ist eine spektakuläre Landschaft mit Karstgipfeln aus Kalkstein.
Jetzt geht es los. Brompton Touring durch Vietnam. Der Plan: durch das Delta des Roten Fluss. Von Cát Bà nach Ninh Binh. Für die ersten 20 Kilometer auf der hügeligen Karstinsel Cát Bà entscheiden wir uns aber noch einmal für den Bus. Am Fähranleger wartet bereits die Fähre zur Haiphong vorgelagerten Insel Cát Hải. Für die 3 Kilometer brauchen wir nur gut 20 Minuten. Hier werden gerade riesige Hafenanlagen aus dem Boden gestampft.
Noch einmal um den Hoan-Kiem-See, ein wenig Remote Work - das aktuelle Programm der VHS Gladbeck wird auf den Weg gebracht - und dann packen die Taschen. Die Falträder werden entfaltet. Die interessierte Gastgeberin dreht ein Proberündchen und zeigt sich begeistert. Aufgesattelt und in den Verkehr der Metropole eingefädelt. Bis zur Busstation sind es gut sechs Kilometer. Auf der historischen Long Bien Bridge überqueren wir den Roten Fluss.
Nach 19 Stunden Flug mit zweistündigem Aufenthalt in Doha landen wir am frühen Morgen in Vietnams Hauptstadt Hanoi. Gegenüber Doha wirkt der Flughafen sympathisch provinziell. Als wir vor das Gebäude treten, empfangen uns eine warme, schwüle Tropenluft und Fahrer mit Namensschildern. Unser Fahrer ist nicht dabei. Wir müssen zunächst noch mit unserer Unterkunft schreiben - WLAN ist am Flughafen vorhanden - bis auch wir eingeladen und Richtung altem Stadtzentrum befördert werden.
Das Wasser ist extrem flach und entsprechend warm. Auf dem Badesteg laufe ich am frühen Morgen einige hundert Meter ins Meer. Ein Kreuzfahrtschiff passiert den Sund auf dem Weg nach Kopenhagen. Das ist heute auch unser Ziel. Aber jetzt erst einmal den Blick auf die Insel Ven und das kühle Nass genießen.
Es schläft sich erholsam am Fuße der Öresundbrücke. Der ständige Verkehrslärm dringt nicht in unser Zelt. Günstige Winde. Der Tag beginnt mit einem Bad im Sund. Im Sippardpark gibt es Seebrücken, die zum Baden in der Ostsee einladen. Das Gute an der Ostsee: Aufgrund des niedrigen Salzgehalts muss man nach dem Bad nicht zwingend das Salz von der Haut duschen.
Wir wachen auf und hören das typische Prasseln auf der Zelthaut. Unter einem Baum bekommen wir das Zelt einigermaßen trocken in seine Hülle. Der Fährableger des Skandinavienkais in Travemünde ist für den Autoverkehr ausgelegt. Fußgänger müssen sich im Terminal einfinden, bekommen dort ihren Boardingpass und werden dann mit einem Shuttlebus auf die Fähre gefahren.
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